Klimaschutz
Am 17./18. Oktober: Neunte Runde des Hof- und Garagenflohmarkts - jetzt schon anmelden
Vor dem Herbst nochmal ordentlich ausmisten? Ab in den Keller – dort ist es sicherlich schön kühl – oder auf den Dachboden und kleine und große Schätze bergen. Die können dann am Wochenende des 17. und 18. Oktober feilgeboten werden. Dann nämlich steht der Herbst-Hof- und Garagenflohmarkt der Stadtgestalterei-Projektgruppe „Netzwerk Müllvermeidung“ auf dem Programm, der neunte insgesamt. Jeweils zwischen 10 und 16 Uhr können alle Hemsbacherinnen und Hemsbacher wieder ihre Keller-, Dachboden- und Garagenfunde anbieten – und sich jetzt schon anmelden. Oder einfach selbst auf Schnäppchenjagd gehen.
Anmeldung jetzt schon möglich
Wer an einem oder beiden Tagen seine Dinge verkaufen möchte, kann sich auf der Website https://hofflohmarkt.stadtgestalterei.de/ bereits jetzt schon kostenlos registrieren. Die Anmeldung wird automatisiert über ein Anmeldetool abgewickelt, bei dem alle Teilnehmenden angeben können, ob sie an einem oder beiden Tagen je von 10 bis 16 Uhr verkaufen wollen. Auch Verkaufskategorien könnten ausgewählt werden. Auf einer Karte werden alle Verkaufsstellen sichtbar. Alle interessierten Flohmarktgänger finden auf dieser Seite ebenso eine Karte mit Verkaufsstellen und dem Warenangebot.
Dabei hat der Flohmarkt auch noch zwei schöne Nebeneffekte: Zum einen kommen Menschen zusammen, plaudern und tauschen sich aus. Zum anderen ist ein Flohmarkt auch ein sehr gutes Beispiel für Nachhaltigkeit: Gegenstände wechseln den Besitzer anstatt in der Mülltonne zu landen. Dinge weiterzugeben oder zu verkaufen, um ihnen ein weiteres sinnvolles Leben zu schenken, schont Ressourcen, Umwelt und natürlich auch den eigenen Geldbeutel.
Regeln
Für die Teilnehmer ist es wichtig zu wissen, dass nur auf dem eigenen Grundstück bzw. nach Absprache mit der Hausverwaltung auf dem Grundstück der Mietadresse verkauft werden darf. Gehwege müssen zu jeder Zeit freigehalten werden. Jeder Teilnehmer ist selbst Veranstalter und haftet somit auch selbst für den Verkaufsstand. Der Flohmarkt findet bei jedem Wetter statt.
Die Stadt Hemsbach und die Projektgruppe freuen sich über zahlreiche Anmeldungen, hoffen auf gutes Wetter und viele Begegnungen.
Info: Neunter Hof- und Garagenflohmarkt in Hemsbach am 17./18. Oktober jeweils von 10 bis 16 Uhr. Anmeldungen unter https://hofflohmarkt.stadtgestalterei.de/.
KLiBA-Energiespartipp: Gebäudesanierung - wann ist der richtige Zeitpunkt?
Wenn an einem Gebäude ein Baugerüst gestellt werden muss, weil die Fassaden neu verputzt / gestrichen oder das Dach neu eingedeckt werden soll, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um über weitere energetische Sanierungsmaßnahmen nachzudenken. Für ergänzende Maßnahmen wie Fassaden- und Dachdämmung oder Fenstererneuerung fallen diese s.g. Ohnehinkosten (Gerüst) dann nicht mehr an. Auch Materialtransport für die Dämmung der obersten Geschossdecke über Gerüst und geöffnete Dachflächen ist evtl. einfacher.
Fachkundige sind sich einig: Profitabel ist eine Maßnahme, wenn sie über ihre Lebensdauer weniger Gesamtkosten verursacht als der unsanierte Zustand. Damit sind hier die Investitionskosten plus die Energie- und Unterhaltskosten gemeint. Für eine fundierte Angabe müssen die zu erwarteten Investitionskosten und Einsparungen des konkreten Projekts den Heizkosten des nicht sanierten Zustandes gegenübergestellt werden.
Wer sein Haus energetisch in Schuss bringt, spart nicht nur Heizkosten, sondern reduziert damit auch den Ausstoß von CO2 (Kohlenstoffdioxid). Ein solches Engagement unterstützt der Staat mit einem umfangreichen Förderprogramm.
Die Fördermittel des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) können auch nach neuer Gesetzeslage bei vorheriger Beantragung über Energieberaterinnen oder Energieberater als Zuschüsse und einkommensabhängig zusätzlich auch als zinsverbilligte Darlehen in Anspruch genommen werden.
Für die Durchführung von weitergehenden Maßnahmen und für die Antragstellung sollten Sie dann eine qualifizierte Energieberatungsfachkraft beauftragen. Diese finden Sie im Internet nach Eingabe von Wohnort oder PLZ unter www.energie-effizienz-experten.
Weitere Informationen über Energienutzung, Wärmeschutz oder Fördermöglichkeiten gibt es bei Ihrem KLiBA-Energieberater, Herrn Jürgen Jordan – für Sie kostenlos und unverbindlich.
Interessierte können online unter www.kliba-heidelberg.de/terminbuchung.php oder unter der Telefonnummer 06221 99875-0 (KLiBA) einen Termin vereinbaren für die nächste Beratung im Rathaus Hemsbach, alle zwei Wochen donnerstags, zwischen 16 und 18 Uhr. Die nächsten Beratungen finden statt am 13. und 27. August.
Dieser Service ist eine kostenfreie Leistung der Kommune!
Foto: Guelay Keskin
Trotz Hitzewelle Rekordergebnis: Über 2,4 Millionen Kilometer beim STADTRADELN im Rhein-Neckar-Kreis
Hemsbach/Rhein-Neckar-Kreis. Trotz hochsommerlicher Temperaturen hat der Rhein-Neckar-Kreis beim diesjährigen STADTRADELN ein Rekordergebnis erzielt: Während des dreiwöchigen Aktionszeitraums legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 2.422.062 Kilometer mit dem Fahrrad zurück – so viele wie noch nie!
Vom 14. Juni bis zum 4. Juli beteiligte sich der Rhein-Neckar-Kreis gemeinsam mit 53 kreisangehörigen Städten und Gemeinden an der europaweiten Kampagne STADTRADELN und setzte damit ein starkes Zeichen für Radverkehrsförderung und Klimaschutz. Rund 397 Tonnen Treibhausgase wurden im Aktionszeitraum aktiv vermieden, die entstanden wären, wenn die zurückgelegten Strecken statt mit dem Fahrrad mit dem Auto gefahren worden wären.
Gemeinsam stark gegen die Hitzewelle
Insgesamt traten 11.651 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 671 Teams bei 209.370 registrierten Fahrten kräftig in die Pedale – angemeldet waren im Vorfeld sogar rund 13.700 Radbegeisterte. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen dürften dazu beigetragen haben, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihr Fahrrad bei der anhaltenden Hitze zeitweise lieber stehen ließen. Umso beeindruckender ist die erreichte Gesamtdistanz von 2.422.062 Kilometern. Damit hat der Rhein-Neckar-Kreis das Ergebnis aus dem Vorjahr 2025 (2.286.118 Kilometer) deutlich übertroffen.
„STADTRADELN ist in unserem schönen Landkreis längst kein bloßer Wettbewerb mehr, es ist gelebte Radverkehrsförderung und gelebter Klimaschutz“, betont Landrat Manuel Just. „Jeder einzelne Kilometer zeigt, wie tief das Bewusstsein für nachhaltige Mobilität in den Köpfen und Beinen der Menschen im Rhein-Neckar-Kreis verankert ist. STADTRADELN hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil im Veranstaltungskalender entwickelt und unterstreicht die Gemeinschaftsleistung unserer Bürginnen und Bürger im Kreis!“ Die erreichte Gesamtdistanz bringt dem Rhein-Neckar-Kreis deutschlandweit derzeit den neunten Platz ein und sichert damit aktuell einen Platz in den Top Ten. Die endgültigen Platzierungen stehen nach Ende der Kampagne am 30. September fest.
Schulen ganz weit vorne: Die fahrradstärksten Teams
An der Spitze des Feldes gab es auch in diesem Jahr ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem vor allem der Nachwuchs glänzte: Platz 1 erradelte das Carl-Benz-Gymnasium Ladenburg mit 118.295 Kilometern, gefolgt vom Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Hockenheim mit 103.071 Kilometern und der Équipe Vélo Village Eschelbronn mit 74.888 Kilometern.
Ergebnisse der Kommunen
Mit Blick auf die Kommunen mit den meisten geradelten Kilometern bis 49.999 Einwohnern siegte die Stadt Weinheim mit 194.822 Kilometern, gefolgt von der Stadt Ladenburg mit 189.110 Kilometern und der Stadt Hockenheim mit 154.372 Kilometern.
Die Stadt Hemsbach mit ihren knapp 12.000 Einwohnern erradelte mit ihren sieben Teams 11.980 Kilometer – das bedeutet immerhin zwei Tonnen CO2-Vermeidung und Platz 41 unter den Kreiskommunen. Das kilometerstärkste Hemsbacher Team stellten die 19 Radelnden der EFG Hemsbach mit 3.237 gefahrenen Kilometern, gefolgt von der SG Hemsbach Badminton mit 13 Radlerinnen und Radlern und 3.082 Kilometern und der DLRG mit 2.035 Kilometern mit zehn Fahrerinnen und Fahrern.
In der Kategorie der meisten gefahrenen Kilometer bei Kommunen unter 10.000 Einwohnern siegte die Gemeinde Eschelbronn mit 79.120 Kilometern, gefolgt von der Gemeinde Hirschberg mit 68.183 Kilometern und der Gemeinde Neulußheim mit 45.006 Kilometern. Das fahrradaktivste Kommunalparlament stellte die Gemeinde Eschelbronn mit 408,35 Kilometern pro Parlamentarier/in deutlich vor den Gemeinden Neidenstein (84,47 Kilometer) und Helmstadt-Bargen mit 79,62 Kilometern.
Eine Erfolgsgeschichte seit neun Jahren
Die Kampagne lief 2026 im neunten Jahr in enger Zusammenarbeit mit den Landkreiskommunen. Ein großer Dank gilt neben den engagierten Mitmach-Kommunen auch der Initiative RADKULTUR Baden-Württemberg, die die diesjährige Förderung der Kampagne übernommen hat. Koordiniert wurde die Aktion durch die Stabsstelle Mobilität im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis. Ricardo Beringer von der Stabsstelle Mobilität bedankt sich bei allen Radelnden sowie den Verantwortlichen in den Kommunen für die reibungslose Zusammenarbeit: „Dass wir diese Aktion nun schon seit neun Jahren so erfolgreich durchführen, zeigt, wie etabliert die Kampagne bei uns im Landkreis inzwischen ist. Wir freuen uns jetzt schon auf die Kampagne 2027, in der STADTRADELN im Rhein-Neckar-Kreis sein zehnjähriges Jubiläum feiert!“
Weitere Informationen zur diesjährigen Kampagne sowie die gesamte Auswertung stehen unter www.stadtradeln.de/rhein-neckar-kreis zur Verfügung,
Hitzeschutz in Hemsbach: Stadt setzt auf Begrünung, Abkühlung und Information
Steigende Temperaturen und immer häufigere Hitzewellen sind spürbare Auswirkungen des Klimawandels. Sie stellen Kommunen vor enorme Herausforderungen. Die Stadt Hemsbach hat bereits viele Maßnahmen ergriffen und umgesetzt, um die Bevölkerung besser vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze zu schützen und gleichzeitig langfristig zur Klimaanpassung beizutragen.
Das umfassende und strategisch ausgerichtete Maßnahmenpaket umfasst eine Kombination aus naturnaher Stadtgestaltung, verbesserter Infrastruktur zur direkten Abkühlung und technischer Modernisierung öffentlicher Gebäude. „So wird das Stadtgebiet systematisch auf sommerliche Hitzeperioden vorbereitet mit dem Ziel, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu sichern und gleichzeitig wertvolle Beiträge zum Arten- und Klimaschutz zu leisten“, erklärt Hemsbachs Bürgermeister Jürgen Kirchner.
Trinkwasserspender und kühle Orte im Stadtgebiet
Ein zentraler Pfeiler der städtischen Vorsorge ist die Schaffung frei zugänglicher, kühler Zufluchtsorte sowie eine verlässliche Versorgung mit frischem Trinkwasser im öffentlichen Raum. In den Jahren 2023 und 2024 wurden hierzu im gesamten Stadtgebiet vier moderne Trinkwasserbrunnen installiert. Um die städtischen Finanzen zu schonen, konnten für drei dieser Anlagen hälftige öffentliche Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 16.000 Euro eingeworben werden. Hinzu kam eine großzügige Spende einer Hemsbacher Bürgerin. Die geförderten Brunnen befinden sich an strategisch wichtigen und hochfrequentierten Punkten: unmittelbar vor dem Haupteingang zum Wiesensee, am vielbesuchten Spielplatz der Hebelschule direkt vor dem Eingang zur Kindertagesstätte Regenbogenland sowie an der verkehrstechnisch bedeutenden „Park & Ride“-Anlage am Bahnhof in der Königsberger Straße.
Der vierte Trinkwasserbrunnen wurde komplett eigenfinanziert auf dem Friedhof realisiert – und direkt daneben ein besonders einladender Ruheort geschaffen: Eine neu errichtete, drei mal drei Meter große Pergola, die mit einer dichten Strauchpflanzung stilvoll eingefasst ist, spendet wohltuenden Schatten. Drei darunter platzierte Ruhebänke laden zum Verweilen und Krafttanken ein – oder auch zu einem kleinen Schwätzchen in kühlerer Umgebung, denn es handelt sich um sogenannte „Babbelbänke“, wie sie sich auch am Kleinen Waidsee in Hemsbachs Westen finden. Selbstverständlich liegen auch Letztere unter großen Bäumen im Schatten.
Informationen und „Begrünungsoffensive“
Um auch das persönliche Verhalten der Bevölkerung in extremen Hitzeperioden positiv zu beeinflussen, hat die Stadt in enger und bewährter Zusammenarbeit mit dem Seniorenrat einen praxisnahen „Hitzeknigge“ veröffentlicht. „Dieser Ratgeber bietet der Bürgerschaft wertvolle, leicht umsetzbare Verhaltenstipps für heiße Sommertage und schützt so insbesondere vulnerable Gruppen“, wirbt Christopher Wetzel, Fachbereichsleiter Planung und Technik, für die Broschüre, die auch als Download auf der Website der Stadt Hemsbach zu finden ist.
Neben punktuellen Abkühlungsorten und Informationen setzt Hemsbach auf eine großflächige ökologische Aufwertung des Stadtbildes, um der Entstehung von Hitzeinseln in asphaltierten Bereichen aktiv entgegenzuwirken. Die Pflanzung klima- und hitzeresistenter Bäume bildet dabei das grüne Rückgrat der Klimaanpassung. Seit 2023 wurden im Zuge dieser Begrünungsoffensive bis dato fast 170 neue Bäume zusätzlich auf bestehenden Grünflächen, entsiegelten Arealen und im Verkehrsraum gepflanzt.
Konsequente Entsiegelung
Ergänzt wird dieses Konzept durch konsequente Entsiegelungsmaßnahmen. Bereits im Jahr 2024 wurde auf dem Parkplatz der Sportanlage im Zuge der Errichtung einer neuen Fahrradabstellanlage eine Fläche von rund 290 Quadratmetern umfassend vom Asphalt befreit. Durch die Pflanzung von vier Bäumen, zehn Großsträuchern und die Einsaat von widerstandsfähigem Schotterrasen konnte die Fläche ökologisch aufgewertet werden, was der Stadt überdies eine wertvolle Gutschrift von rund 9.000 Ökopunkten auf das baurechtliche Ökokonto einbrachte. Ebenfalls im Jahr 2024 wurde ein circa 180 Quadratmeter großes Areal an der Bushaltestelle beim Sportcenter in der Hüttenfelder Straße erfolgreich entsiegelt, im Herbst 2025 schließlich die Asphaltflächen im Einmündungsbereich der Lindenstraße und der Berliner Straße sowie im Kreuzungsbereich des Platanenwegs und der Berliner Straße auf einer Gesamtfläche von rund 300 Quadratmetern aufgebrochen und naturnah umgestaltet.
Von Grün in Bunt
„Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Transformation monotoner Rasenflächen in artenreiche und klimaresistente Vegetationsbereiche“, führt Wetzel weiter aus. Bereits im Jahr 2023 wurden zwei Flächen an der Hüttenfelder Straße mit einer Größe von rund 1.000 Quadratmetern in artenreiche Blühflächen umgewandelt – ein Engagement, das vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg mit der Auszeichnung „Goldene Wildbiene“ gewürdigt wurde. Und schon 2022 begann die Umwandlung von rund 480 Quadratmetern Begleitflächen um den Kurpfalzkreisel in prachtvolle Staudenbeete, was der Stadt 2024 die Auszeichnung „Straßenoasen zum Arten- und Klimaschutz“ vom Landesministerium für Verkehr einbrachte. Um auch bei der Pflege kostbare Ressourcen zu schonen, wurde im gleichen Jahr zudem die Bewässerung des Kurpfalz- und Warehamkreisels auf eine hocheffiziente Tröpfchenbewässerung umgestellt, was zu einer Wassereinsparung von beachtlichen 60 Prozent führt.
Das erfolgreiche Konzept wurde konsequent fortgesetzt: Über das KfW-Förderprogramm 444 „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ wurde im vergangenen Jahr die Umwandlung weiterer 2.500 Quadratmeter Rasen- in Blühflächen realisiert. Diese Maßnahmen erstrecken sich über die Lindenstraße, die Bray-Sur-Seine-Straße, den Seeweg, die Eichenstraße, den Starksäckerweg, die Tilsiter Straße sowie den markanten Böschungsbereich der Beethovenbrücke.
Klimaanpassung in Bildungseinrichtungen
Auch im Inneren der städtischen Liegenschaften, insbesondere in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder, wurden wegweisende Verbesserungen erzielt: In der Kindertagesstätte „Regenbogenland“ wurden bereits ab Herbst vergangenen Jahres die Gruppen- und Schlafräume erfolgreich mit modernen Klimaanlagen nachgerüstet. Flankierend wurden die Markisen erneuert sowie erweitert und zusätzliche Sonnenschirme im Außenbereich aufgestellt, um den Kindern auch an heißen Tagen ein sicheres Spielen im Freien zu ermöglichen.
Ähnlich umfassend gestalteten sich die Maßnahmen im Kastanienkindergarten: Hier wurden die Gruppen-, Ruhe- und Schlafräume mit Klimageräten ausgestattet, wobei im laufenden Jahr noch zwei weitere Räume vollends klimatisiert werden, um ein durchgängig angenehmes Raumklima zu gewährleisten.
An der Hebelschule sichern funktionale Jalousien an den Fenstern der Nord- und Südseite eine effektive Verschattung der Klassenzimmer. Beim dortigen Schulneubau wurde außerdem streng darauf geachtet, den wertvollen alten Baumbestand im Außenbereich vollständig zu erhalten und durch strategische Neupflanzungen zu ergänzen; ein zusätzlicher Trinkwasserspender befindet sich bereits in der konkreten Planungsphase. Eine größere Lüftungsanlage, die von der Verwaltung ursprünglich ebenfalls geplant war, musste jedoch aufgrund einer Gemeinderatsentscheidung aus Budgetgründen zurückgestellt werden. Mehr Schatten gibt es auch auf dem Schulhof der Goetheschule: Dort sorgen zwei große Schirme für sonnengeschütztes Spielen und Toben während der Pausen.
Außerdem ist für beide Grundschulen eine Klimatisierung in Planung, wofür bereits erste Angebote eingeholt wurden. Christopher Wetzel dazu: „Parallel werden im Rahmen der Haushaltsplanung für 2027 detaillierte Kostenansätze inklusive verschiedener Variantenuntersuchungen erarbeitet.“
Öffentliche Gebäude
Abgerundet wird die technische Modernisierungsoffensive durch gezielte Einzelmaßnahmen in weiteren städtisch genutzten Gebäuden. So wurden innerhalb vergangenen drei Jahre die Kulturbühne Max, die Rathaus-Außenstelle in der Alleestraße 14b sowie das neue Bürgerbüro in der Grabenstraße mit Klimaanlagen ausgestattet, um Besuchern und Mitarbeitern auch bei extremen Außentemperaturen erträgliche Bedingungen zu bieten. Im Bildungszentrum (BIZ) setzt die Stadt auf ein ebenso wirkungsvolles wie ressourcenschonendes Konzept: Die dortige Lüftungsanlage wurde jüngst auf eine intelligente Nachtluftzufuhr umgestellt. Dadurch strömt während der kühlen Nachtstunden frische Luft in das Gebäude, wodurch die Räumlichkeiten für den Folgetag natürlich und kostengünstig vorgekühlt werden.
Langfristige Maßnahmen
„Langfristig verfolgen wir zudem weitere verschiedene Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem das kommunale Energiemanagement, die kommunale Wärmeplanung sowie Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs öffentlicher Gebäude“, richtet Rathauschef Kirchner den Blick in die Zukunft: „Ziel ist es, die Stadt widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen und gleichzeitig den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken.“
Deutlich wird: Hitzeschutz ist inzwischen zu einer dauerhaften kommunalen Aufgabe geworden. Mit einem vielseitigen Zusammenspiel aus grüner Natur und moderner Technik beweist Hemsbach, wie moderne und bürgernahe Klimaanpassung gelingen kann.
Kunst, Spiel und Klimaschutz: Dreispitz erstrahlt als neue grüne Oase
Es sind nicht immer die Großprojekte, die ein Stadtbild nachhaltig verändern, sondern liebevoll gestaltete Plätze der Begegnung. Ein Paradebeispiel für eine solche gelungene Aufwertung zeigt sich ab sofort „Am Dreispitz“. Unter dem inspirierenden Leitgedanken „Kunst + Spiel“ hat sich eine ehemals unscheinbare Fläche in einen lebendigen, funktionalen und optisch ansprechenden Treffpunkt verwandelt.
Wo zuvor grauer Asphalt oder vernachlässigtes Grün das Bild prägten, ist auf rund 60 Quadratmetern eine attraktive Wohlfühloase entstanden, die das Erscheinungsbild des gesamten Stadtteils spürbar aufwertet und das Miteinander der Generationen fördert. Bei der feierlichen Einweihung wurde nämlich deutlich, dass bei der Umgestaltung weit über die reine Optik hinausgedacht wurde.
Kunst + Spiel und Platz zum Durchatmen
Im Fokus der Planungen standen die Jüngsten und die Anpassung an den spürbaren Klimawandel. Direkt auf dem täglichen Weg zum Kindergarten und zur Schule gelegen, lädt im nordöstlichen Bereich nun eine moderne Kleinspielanlage mit zwei neuen innovativen Spielgeräten die Kleinsten zur Bewegung ein. Währenddessen finden Eltern und Anwohner auf den bereits vorhandenen Bänken und Wegen einen Ort zum Durchatmen.
Um der zunehmenden Sommerhitze zu begegnen, investierte der Fachbereich Planung und Technik bewusst in eine nachhaltige Beschattung. Der üppige Kreuzungsbereich wird künftig von zwei neu gepflanzten Säulenhainbuchen der robusten Sorte Carpinus betulus „Franz Fontaine“ als Hochstämme geprägt. Diese Bäume rahmen das bereits seit 2017 bestehende Kunstwerk gestalterisch ein, spenden bald wertvollen Schatten und sichern langfristig eine hohe Aufenthaltsqualität.
Dr. Christiane Boschert, Vorsitzende des Fördervereins KunstPlatz e.V., freut sich sehr, das Kunstwerk „Dynamik“ von Gabriele Möller-Kuhlmann auf diese Art wiederbelebt zu sehen: „Das überdimensionale Windspiel, das immer wieder neue Farbimpressionen schafft, regt in dieser wunderbaren Umgebung nun wirklich zum Zusammenkommen an. Ich hoffe, dass viel Dynamik an diesem Platz entsteht.“
Ausgewählte Gewächse
Auch die botanische Komponente erzählt eine Geschichte von Widerstandskraft und durchdachter Ökologie. Das Team des städtischen Bauhofs setzte in enger Zusammenarbeit mit dem KunstPlatz über 100 gezielt ausgewählte Gewächse in die Erde. „Da die Fläche eine bewegte Vorgeschichte aufweist und extremen Belastungen standhalten muss, fiel die Wahl auf besonders salztolerante und robuste Pflanzen. Ein dichter Teppich aus 50 Exemplaren des Balkan-Storchschnabels und 30 violetten Breitwegerichen sorgt für Struktur“, erklärt der für Grünflächen zuständige Rathausmitarbeiter Matthias Kadel.
Harmonisches Gesamtbild
Ergänzt wird das Bild durch 15 herbstlich blühende Kissen-Astern der Sorte „Professor A. Kippenberg“ sowie 14 grazile Exemplare des Garten-Reitgrases „Waldenbuch“, welche teilweise durch das fachgerechte Teilen bereits vorhandener Gräser gewonnen wurden. Um den Pflegeaufwand für die Zukunft so gering wie möglich zu halten, wurde bewusst auf ein Abmulchen der Fläche verzichtet. Einstige Anregungen aus der Bürgerschaft, wie die früher gepflanzten Sonnenhüte (Echinacea), flossen als Inspiration in dieses neue, harmonische Gesamtbild ein, das nun weniger auf kleinteilige Stauden und dafür verstärkt auf die Kraft der Bäume setzt.
„Insgesamt zeigt das Projekt Am Dreispitz symbolisch, was durch Fachwissen, Kreativität und gemeinschaftliches Engagement möglich ist: ein Ort, an dem Kunst, Natur, Klimaanpassung und Lebensfreude spielerisch und in gelungener Kombination zusammenfinden“, freut sich Bürgermeister Jürgen Kirchner – und verleiht gleichzeitig dem Wunsch Ausdruck, dass dieser Platz in diesem Zustand bleiben möge.
Rücksichtnahme erbeten
Die Gesamtkosten der erfolgreichen Umgestaltung beliefen sich auf rund 8.000 Euro. Dass moderner Städtebau jedoch auch von gegenseitiger Rücksichtnahme lebt, zeigt ein Wermutstropfen in der Bilanz: Ein erheblicher Anteil von rund 2.500 Euro musste allein für den aufwändigen Austausch von Erde aufgewendet werden, die durch Hundeurin massiv verunreinigt und geschädigt war. „Vor diesem Hintergrund möchten wir nochmals alle Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer bitten, den neu gestalteten Dreispitz als sensible grüne Oase für Groß und Klein zu respektieren“, appelliert der Rathauschef. Die Vierbeiner sind im Stadtteil willkommen, für ihre Hinterlassenschaften und Belange sollte im Sinne einer sauberen Nachbarschaft jedoch konsequent die bereitgestellte Hundetoilette genutzt werden. Die befindet sich gerade mal zwei Schritte weiter.
Invasive Pflanze: Mit dem Götterbaum ist nicht zu spaßen
Es ist Sommer 2023. Bernhard Ullrich, Projektmanager Blühende Bergstraße und Geschäftsführer des gleichnamigen Vereins, trifft sich in Laudenbach mit Antja Gassmann, die dort mit Schafen und Ziegen Flächen am Blütenweg beweidet. Der Grund: Götterbäume kommen auf dem Weidegrundstück in großer Zahl auf und breiten sich immer weiter aus – und die Tiere rühren sie nicht an. Was tun?
Vor dieser Frage stehen immer mehr Grundstücksbesitzer sowohl in der Ortslage als auch außerhalb. Und sie ist wirklich nicht leicht zu beantworten. Es scheint kein für alle Situationen passendes Wundermittel zu geben.
Einfach nur Abschneiden ist jedenfalls nicht die Lösung! Darauf reagiert der Götterbaum nämlich mit einer unglaublichen Zahl von Wurzelschösslingen, soweit eben seine Wurzeln reichen. Und das Wurzelsystem kann erstaunlich weit reichen. Das Ergebnis ist dann meist schlimmer als vorher.
Da es kein einfaches Patentrezept für alle Fälle gibt, bieten der Verein Blühende Bergstraße in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsgemeinden eine Anlaufstelle zur Meldung von Funden und fachliche Beratung an. Informationen sind unter www.bluehende-bergstrasse.de/infos-und-links/goetterbaum abrufbar und sollen dort dem Stand der Erkenntnis entsprechend aktualisiert werden.
Gleichzeitig nimmt der Verein dort, wo der Götterbaum im Projektgebiet bereits bekannt ist, Kontakt mit den Eigentümern auf, um möglichst früh Gegenmaßnahmen einzuleiten. Denn schnelles, aber überlegtes Handeln ist entscheidend.
Warum?
Der Götterbaum ist extrem schnellwüchsig und kommt mit Hitze und Trockenheit sehr gut klar. Was zunächst mit Blick auf den Klimawandel vorteilhaft erscheint, hat für die Artenvielfalt gravierende negative Auswirkungen, indem der Götterbaum so einen entscheidenden Konkurrenzvorteil gegenüber heimischen Gehölzarten hat. Er schafft es, in wenigen Jahren zu einem großen Baum heranzuwachsen. Schon im Alter von 3 bis 5 Jahren können die Bäume Blüten und Früchte bilden. Und dann sind der weiteren Verbreitung über die gut flugfähigen Samen Tür und Tor geöffnet. Und um die Dimension zu verdeutlichen: Auf einem nur 8 Meter hohen Baum wurden schon über eine halbe Million Samen gezählt. Auch durch Wurzelausläufer kann der Götterbaum sehr schnell große Flächen erobern und alles andere verdrängen.
Damit nicht genug, ist der Götterbaum dafür bekannt, dass er jede Ritze findet und sich auch oft am Fuß von Mauern oder sogar in Mauerfugen ansiedelt. Dann sind Schäden programmiert. Außerdem kann der Götterbaum ebenso wie der Essigbaum, mit dem junge Pflanzen oft verwechselt werden, allergische Reaktionen hervorrufen.
Eine Grundregel lautet: Sämlinge und Jungpflanzen müssen umgehend und vollständig mit Wurzeln entfernt werden. Bei größeren Bäumen gilt es schon mehrere Aspekte abzuwägen. Erwachsene weibliche oder zwittrige Bäume außerorts müssen fachgerecht entfernt werden, da von ihnen eine starke Ausbreitungsgefahr ausgeht. Innerorts ist im Einzelfall abzuwägen, ob der Baum erhalten werden soll oder entfernt werden kann. Auch bei männlichen Bäumen ist fallweise zu entscheiden.
Wichtig ist, Sicherheit zu erlangen, dass man es mit einem Götterbaum zu tun hat und nicht irrtümlich ähnlich aussehende schutzwürdige Bäume beseitigt. Der Verein „Blühende Bergstraße“ hat gemeinsam mit den Mitgliedskommunen einen Flyer entwickelt (abrufbar unter www.bluehende-bergstrasse.de/infos-und-links/goetterbaum). Dort wird auf Webseiten hingewiesen, die die Merkmale des Götterbaums zeigen.
Betroffene Grundstücksbesitzer werden gebeten, sich kostenlos und unverbindlich beraten zu lassen, um das Problem zu erkennen und Fehler in der Bekämpfung zu vermeiden.
Anlaufstellen für die Meldung von Vorkommen und Beratung für betroffene Grundstücksbesitzer:
- im Bergstraßenhang zwischen B 3 und Waldrand (außerhalb der Ortschaften):
Bernhard Ullrich, Tel. (06201) 2 59 58 90; E-Mail:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Informationen: www.bluehende-bergstrasse.de/infos-und-links/goetterbaum - in den Ortslagen der Projektgemeinden und in der Ebene:
Laudenbach: Andreas Franke, Tel. (06201) 7002-81,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Hemsbach: Matthias Kadel, Tel. (06201) 707-34,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Weinheim: Antje Beckmann, Tel. (06201) 82-333,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Hirschberg: Bärbel Probst, Tel. (06201) 598-41,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Schriesheim: Patrick Schmidt, Tel. (06203) 602-223,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Dossenheim: Martina Reidel, Tel. (06221) 8651-208,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Foto: In kurzer Zeit hat der Götterbaum ein ungepflegtes Grundstück erobert (Quelle: Projektmanagement Blühende Bergstraße)
Naturpark digital „im Fluss zwischen Mensch und Natur“ erlebbar: Neue Webseite des Naturparks Neckartal-Odenwald ist online
Der Naturpark Neckartal-Odenwald ist ab sofort mit einer neuen Webseite online. Unter www.naturpark-neckartal-odenwald.de finden Besucher*innen, Einheimische, Familien, Gäste und Fachinteressierte künftig noch übersichtlicher Informationen rund um Ausflugsziele, Veranstaltungen, regionale Genussangebote, Projekte und Netzwerke im Naturpark.
Mit der neuen Webseite schafft der Naturpark einen digitalen Ort, der Orientierung gibt, inspiriert und die Vielfalt der Region sichtbar macht. Nutzer*innen können Ausflugsziele entdecken, passende Veranstaltungen finden, regionale Angebote kennenlernen und ihre Zeit im Naturpark bewusst gestalten. Gleichzeitig gibt die Webseite Einblicke in aktuelle Projekte, Themenfelder und die vielfältigen Möglichkeiten des Engagements im Naturpark.
Die neue Internetpräsenz verbindet Information und Erlebnis. Eine klare Struktur, lebendige Inhalte und die Anbindung an ein landesweit genutztes Datensystem (mein.toubiz) machen den Naturpark in all seinen Facetten digital erlebbar. So werden Natur, Landschaft, Kultur, regionale Produkte und nachhaltige Entwicklung gebündelt sichtbar.
„Mit unserer neuen Webseite möchten wir den Naturpark noch zugänglicher machen und zeigen, wie vielfältig unsere Region ist. Sie lädt dazu ein, den Naturpark zu entdecken, Veranstaltungen zu besuchen und sich über Projekte und Angebote zu informieren“, so Paul Siemes, Geschäftsführer des Naturparks Neckartal-Odenwald e. V.
stadtmobil startet in Hemsbach: Neues Carsharing-Angebot am Bahnhof eröffnet
Hemsbach erweitert sein Mobilitätsangebot: Ab sofort steht am Bahnhof das erste Carsharing-Fahrzeug von stadtmobil Rhein-Neckar bereit. Realisiert wurde das Projekt in Kooperation mit der Stadtverwaltung Hemsbach sowie den Stadtwerken Weinheim.
Modern und klimafreundlich
Mit dem neuen Angebot erhalten Bürgerinnen und Bürger Zugang zu einem modernen und klimafreundlichen Mobilitätskonzept. Zum Start steht ein elektrisch betriebener Opel Corsa zur Verfügung. Die Ladeinfrastruktur an der Station wird von den Stadtwerken Weinheim betrieben. An den installierten Doppelladesäulen ist jeweils ein Ladepunkt für die öffentliche Nutzung sowie ein exklusiver Stell- und Ladeplatz für das Carsharing-Fahrzeug vorgesehen.
„Mit dem neuen Carsharing-Angebot schaffen wir eine attraktive Ergänzung zum bestehenden Mobilitätsmix in Hemsbach“, erklärt Bürgermeister Jürgen Kirchner. „Gerade die direkte Lage am Bahnhof macht das Angebot besonders interessant – sowohl für Pendlerinnen und Pendler als auch für Bürgerinnen und Bürger, die bewusst auf ein eigenes Fahrzeug verzichten möchten.“
Das Projekt bedeutet ebenso einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung. „Carsharing ist ein wichtiger Baustein moderner Mobilitätskonzepte“, betont Christopher Wetzel. „Durch die gemeinsame Umsetzung mit stadtmobil und den Stadtwerken Weinheim konnten wir ein Angebot schaffen, das Klimaschutz, effiziente Flächennutzung und flexible Mobilität sinnvoll miteinander verbindet.“
Viele Vorteile für Kunden
Projektmanager Till Schneyder von stadtmobil zeigt sich ebenfalls überzeugt vom Potenzial des neuen Standorts: „Wir freuen uns darüber, den hiesigen Kundinnen und Kunden endlich ein Auto vor Ort anbieten zu können und glauben, dass damit zügig weitere Interessenten gewonnen werden. Das neue Fahrzeug ist ein zusätzliches klimafreundliches Mobilitätsangebot in Hemsbach.“
Carsharing gilt insbesondere für Menschen als attraktiv, die weniger als 12.000 Kilometer pro Jahr fahren. Nutzerinnen und Nutzer profitieren davon, dass Kosten und Aufwand für Versicherung, Wartung, Reparaturen oder TÜV entfallen – diese alltäglichen „Zeitfresser“ erledigt stadtmobil. Gleichzeitig steht statt eines einzelnen Autos ein kompletter Fuhrpark zur Verfügung – vom Kleinwagen bis zum Transporter.
Darüber hinaus leistet Carsharing einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung und zum Klimaschutz. Studien zufolge kann ein Carsharing-Fahrzeug bis zu 16 private Pkw ersetzen. Dadurch werden Stellflächen frei, die anderweitig genutzt werden können. Gleichzeitig reduzieren sich der Verkehr sowie die Belastung durch Lärm und Emissionen. Wer Carsharing in Anspruch nimmt, spart also Geld und Zeit und hilft außerdem mit, Freiflächen zu schaffen und Lärm, Gestank und Abgase zu reduzieren.
stadtmobil Rhein-Neckar ist derzeit in 38 Kommunen der Metropolregion aktiv und bietet rund 17.000 Kundinnen und Kunden Zugriff auf mehr als 800 Fahrzeuge an über 350 Stationen. Bundesweit können Kundinnen und Kunden sogar auf rund 10.000 Fahrzeuge bei stadtmobil und Partnerunternehmen zugreifen.
Weitere Informationen finden Interessierte unter www.stadtmobil.de.
STADTRADELN 2026 startet am 14. Juni: Jeder Kilometer zählt – jetzt anmelden!
Auf den Sattel, fertig, los: Am Sonntag, den 14. Juni, startet das diesjährige STADTRADELN! Auch Hemsbach ist wieder mit dabei, also: Rauf aufs Rad und drei Wochen lang Kilometer sammeln. Eine Anmeldung als aktive Radlerin oder aktiver Radler in einem Team ist ab sofort online möglich unter www.stadtradeln.de/hemsbach.
Die Radkampagne STADTRADELN findet in diesem Jahr vom 14. Juni bis 4. Juli statt, und zwar wie immer im gesamten Rhein-Neckar-Kreis. Sie steht im Zeichen des Klimaschutzes, der Gesundheit sowie der Radverkehrsförderung. Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Stadt- und Gemeinderäte sind eingeladen, in die Pedale zu treten und ein Zeichen für eine nachhaltige Mobilität zu setzen. Es gilt, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege mit dem Rad zurückzulegen und dabei Kilometer für die Kommunen sowie den Landkreis zu sammeln.
Die Erfassung der geradelten Kilometerstände ist über die STADTRADELN-Webseite oder mit der kostenfreien STADTRADELN-App, mit der Teilnehmende die geradelten Strecken bequem über GPS tracken und so ihrem Team sowie ihrer Kommune gutschreiben können, möglich.
2025: 60 Mal den Äquator umrundet
Beim STADTRADELN 2025 haben fast 11.000 Radlerinnen und Radler aus dem Rhein-Neckar-Kreis 2,35 Millionen Kilometer zurückgelegt. Damit haben die Teilnehmenden rund 60 Mal den Äquator umrundet und konnten nahezu 400 Tonnen CO2 vermeiden.
Darum geht‘s
Beim STADTRADELN geht es vor allem darum, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Doch wohlgemerkt: Wer Fahrrad fährt, tut auch etwas für seine Fitness und Gesundheit. Zudem macht es großen Spaß und bringt Menschen zusammen, vor allem, wenn man im Team radelt.
In den beteiligten Städten und Gemeinden können die Bürgerinnen und Bürger ihre gefahrenen Kilometer der eigenen Kommune zuschreiben lassen und so zeigen, dass ihr Wohn- oder Arbeitsort in Sachen Radfahren ganz vorne mit dabei ist. Mitmachen können alle Personen, die in Hemsbach wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder einem Verein angehören sowie Mitglieder des Gemeinderats.
Info: STADTRADELN 2026 in Hemsbach vom 14. Juni bis 4. Juli. Alle Informationen zur Registrierung, Ergebnisse und vieles mehr gibt es unter www.stadtradeln.de/hemsbach. Jede und jeder kann ein STADTRADELN-Team gründen bzw. einem beitreten, um teilzunehmen. Dabei sollten die Radelnden so oft wie möglich das Fahrrad nutzen.
„Klima- und EnergieBOX“ für den evangelischen Waldkindergarten
Die EnBW hat wieder 100 ihrer Klima- und Energieboxen verlost. Unter den diesjährigen Gewinnern ist auch der evangelische Waldkindergarten in Hemsbach. Entsprechend groß war dort die Freude. Davon konnten sich Bürgermeister Jürgen Kirchner und Kommunalberater Alexander Fucker von der EnBW-Tochtergesellschaft Netze BW überzeugen. Sie waren dabei, als die Kiste voller interessanter Materialien und Experimente bei der engagierten Einrichtungsleiterin Birgit Kadel und den Kindern ankam.
Bürgermeister Jürgen Kirchner ist beeindruckt: „Diese Klima- und EnergieBoxen sind ein tolles Angebot der EnBW. Ich freue mich für die Kinder. Hier bekommen sie eine gute Chance, sich mit einprägsamen Experimenten an die so wichtigen Themen Klimawandel und Energie heranzutasten.“
Das sieht auch Elternbeiratsvorsitzende Christine Loosmann so: „Für Naturwissenschaften und Technik sind nicht alle Kinder gleich empfänglich. Wenn es uns aber gelingt, Begeisterung dafür zu entfachen, eröffnet das dem einen oder der anderen einen Zugang dazu. Die Klima- und Energiebox kann uns dabei sicher eine wertvolle Unterstützung sein. Deswegen haben wir uns auch gleich um eine beworben, als wir von der Verlosungsaktion der EnBW hörten. Jetzt sind wir gespannt, wie die Versuche bei unseren Kindern ankommen.“
„Als Energieunternehmen in Baden-Württemberg haben wir großes Interesse, das Umwelt- und Energiebewusstsein der Kleinsten zu schulen. Dabei steht das spielerische Lernen im Vordergrund. Ziel ist es, dass die Kinder bereits früh naturwissenschaftliche Zusammenhänge erlernen und ein Bewusstsein für das Phänomen Klimawandel und Energie erlangen“, erklärt Kommunalberater Alexander Fucker.
Die Klima- und Energiebox der EnBW enthält 27 spannende Versuche und die dafür benötigten Materialien. Junge Entdecker*innen ab fünf Jahren können unter Anleitung in Partner- oder Gruppenarbeit experimentieren. Die Versuche knüpfen an die Erlebniswelt der Kinder an und bereiten die Themen kindgerecht auf. Bei der Durchführung der Experimente unterstützen Pädagogen-Versuchskarten mit Anleitungen, Erklärungen und Hintergrundwissen. Die Kinder-Versuchskarten leiten die kleinen Forscher*innen mit Bildern und einfachen Hinweisen zum Vorlesen schrittweise durch die einzelnen Versuche. Begleitend können auch Erläuterungsvideos eingesetzt werden.
Die EnBW hat die Experimente-Kiste gemeinsam mit dem renommierten Hagemann Bildungsmedien Lehrmittelverlag zusammengestellt, der seit fast 90 Jahren im Kindergarten- und Schulbuchbereich tätig ist. Der Verlag hat für eine Vielzahl bekannter Verbände und Ministerien Unterrichtsmaterialien erstellt, zum Beispiel für das Umweltministerium Baden-Württemberg, und für viele seiner Konzeptionen Preise und Auszeichnungen erhalten.
Pro Kalenderjahr verlost die EnBW 4 x 25 Klima- und EnergieBoxen für Kindertagesstätten oder Grundschulen in Baden-Württemberg. Alle Einrichtungen, die bei der Ziehung keinen Zuschlag erhalten haben, sind automatisch bei den weiteren Verlosungen im folgenden Jahr dabei.
Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen unter:
www.enbw.com/klima-energie-box
KLiBA-Energiespartipp: Schluss mit kalten Füßen
Kalte Füße gehören im Erdgeschoss eines älteren Hauses mit nicht beheiztem Keller oft dazu. Abhilfe schafft die Dämmung der Kellerdecke, die auch nachträglich angebracht werden kann. Sie verbessert den Wohnkomfort und ist eine schnelle und preisgünstige Energiesparmaßnahme. „Ist die Decke eines unbeheizten Kellers nicht gedämmt, gibt das Erdgeschoss permanent Wärme über den Fußboden ab. Das zeigt sich dann an erhöhten Heizkosten und kalten Füßen im Erdgeschoss“ erklärt Uwe Jung, Energieberater der KLiBA. „Dabei ist die Dämmung der Kellerdecke eine der wirtschaftlichsten Energiesparmaßnahmen. Je nach Gebäude können die Bewohner insgesamt rund fünf bis sieben Prozent Energie sparen.“
Dennoch dämmen viele Hausbesitzende die Kellerdecke nicht. Die Kellerdeckendämmung ist nicht wie die Dämmung der obersten Geschossdecke gesetzlich vorgeschrieben. Aber wer die Kellerdecke eines Wohngebäudes freiwillig dämmt, kann damit den Wohnkomfort erheblich steigern.
Zudem kann die Dämmmaßnahme das in Baden-Württemberg gültige Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) teilweise erfüllen. Das Gesetz verpflichtet Verbraucher, beim Heizungswechsel mindestens 15 Prozent erneuerbare Energien zu verwenden. Alternativ können Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle angerechnet werden, z. B. die Dämmung der Kellerdecke. Um einen guten Dämmstandard zu erreichen, sollte das Material eine geringe Wärmeleitfähigkeit besitzen. So kann auch eine geringere Dämmstärke gewählt werden, denn gerade in Kellerräumen ist oftmals die Stehhöhe begrenzt. Hausbesitzende können auch einen Bundeszuschuss in Höhe zwischen 15 von 20 Prozent der Investitionskosten beantragen.
Zu den Details der Kellerdämmung berät die KLiBA anbieterunabhängig und individuell.
Weitere Informationen über Energienutzung, Wärmeschutz oder Fördermöglichkeiten gibt es bei Ihrem KLiBA-Energieberater, Herrn Jürgen Jordan – für Sie kostenlos und unverbindlich.
Interessierte können online unter www.kliba-heidelberg.de/terminbuchung.php oder unter der Telefonnummer 06221 99875-0 (KLiBA) einen Termin vereinbaren für die nächste Beratung im Rathaus Hemsbach, alle zwei Wochen donnerstags, zwischen 16 und 18 Uhr. Die nächsten Termine: 12. März und 26. März.
Dieser Service ist eine kostenfreie Leistung der Kommune!
Foto (Gülay Keskin): Architekt und Energieberater Bernd Nowoczyn hat sein Haus - Alt und Neubau - in einer "Gebäudehülle" energetisch umfassend modernisiert, inklusive Gewölbekeller mit den 10 cm starken Mineralfaserplatten.
"Ab in den Wald": Jahresprogramm bietet wieder zahlreiche Veranstaltungen für Groß und Klein
Unter dem Motto „Ab in den Wald“ lädt das Kreisforstamt Rhein-Neckar-Kreis auch im Jahr 2026 herzlich dazu ein, den Wald aus neuen Perspektiven zu entdecken. Das abwechslungsreiche Jahresprogramm bietet zahlreiche Veranstaltungen für Naturliebhaberinnen und Naturliebhaber aller Altersgruppen: von spannenden Naturerlebnistagen über faszinierende Nachtwanderungen bis hin zu thematischen Waldführungen und Mitmachaktionen für Groß und Klein.
Zu den Angeboten zählen unter anderem Besuche auf den Naturparkmärkten in Neckargemünd und Mauer, eine Müllsammelaktion sowie die Möglichkeit, den Wald als Escape Room kennenzulernen. Ergänzt wird das Programm durch Veranstaltungen im bewährten Format „Frag den Förster“. Dabei stellen Revierleiterinnen und Revierleiter den Wald vor der eigenen Haustür vor und beantworten Fragen der Teilnehmenden rund um das Ökosystem Wald und die Forstwirtschaft. „Wir arbeiten gerne im und mit dem Wald – für uns ist er mehr als nur ein Arbeitsplatz. Diese Begeisterung möchten wir weitergeben und den Menschen gleichzeitig zeigen, was eine nachhaltige und multifunktionale Forstwirtschaft ausmacht“, erklärt Anna Haas, Leiterin des Referats Wald und Gesellschaft im Kreisforstamt.
Den Auftakt des Jahresprogramms gestalten Förster und Holzverkäufer Thilo Kessler gemeinsam mit Försterin Ulrike Riedl vom Kreisforstamt. Am Samstag, 21. Februar, geben sie ab 11 Uhr auf dem Lagerplatz für die wertvollsten Stämme der Region in Eberbach am „Festplatz In der Au“ Einblicke in das Thema Holzsubmission. Dabei erklären sie, was eine Submission ist, warum die dort gelagerten Hölzer besonders begehrt sind und welche Produkte daraus entstehen. Am Freitag, 27. Februar gibt ab 15 Uhr Förster und Forstbezirksleiter Philipp Schweigler einen Einblick in die Entwicklung der Wälder von St. Leon-Rot und Wiesloch in den vergangenen Jahren und wagt einen Blick in die Zukunft. Thematisiert werden mögliche Veränderungen durch den Klimawandel sowie die Handlungsmöglichkeiten der Forstleute, um den Wald klimafit zu gestalten. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Straße „Im Unteren Wald“ in St. Leon-Rot, vor dem Rewe-Logistiklager.
Eine Übersicht aller Termine ist im Internet unter www.rhein-neckar-kreis.de/abindenwald zu finden. Dort stehen auch alle wichtigen Informationen wie Anfahrtswege, Treffpunkte, Dauer der Veranstaltungen und maximale Teilnehmerzahlen. Alle Angebote sind kostenfrei. Für einige Führungen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich; entsprechende Hinweise sind bei den jeweiligen Veranstaltungen vermerkt.
Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis: Beliebt sind die Veranstaltungen „Frag den Förster“, die das Kreisforstamt regelmäßig anbietet.
"Lebenswerte Oasen": Vortragsabend zur Dachbegrünung am 12. März in Laudenbach
Unsere Städte und Gemeinden stehen vor einem Wandel: Heiße Sommer, versiegelte Flächen und wenig Grün prägen vielerorts das Ortsbild. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Orten, die Abkühlung, Natur und Lebensqualität bieten. Genau hier setzt die Gebäudebegrünung an. Sie hilft, ökologische Defizite auszugleichen, verbessert das lokale Klima und macht urbane Räume wieder spürbar lebenswerter.
Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei die Verdunstung. Pflanzen geben Wasser an ihre Umgebung ab und sorgen so für natürliche Kühlung – ein sanfter, aber wirkungsvoller Beitrag zur Hitzevorsorge in unseren Gemeinden. Dachbegrünungen eröffnen vielfältige Möglichkeiten: Von extensiven, pflegeleichten Aufbauten mit widerstandsfähigen Pflanzen bis hin zu unterschiedlichen Vegetationsformen mit hohem ökologischem Nutzen. In Kombination mit Photovoltaik entfalten extensive Dachbegrünungen ein zusätzliches Potenzial, indem sie Solaranlagen kühlen, deren Effizienz steigern und gleichzeitig wertvolle Grünflächen schaffen.
Am Donnerstag, 12. März, um 19 Uhr bietet sich im Festsaal der Sonnbergschule in Laudenbach, Schillerstraße 6, für alle Interessierten mit der Veranstaltung „Lebenswerte Oasen“ die Möglichkeit, diese positiven Ansätze kennenzulernen. Sie macht Mut, zeigt Chancen auf und inspiriert dazu, unsere Heimat Schritt für Schritt grüner, kühler und freundlicher zu gestalten. Thomas Kolb wird mit seinen über 35 Jahren Berufserfahrung im Bereich Garten-/Landschaftsbau und Dachbegrünung alle Möglichkeiten erläutern und Fragen zum Thema gerne beantworten. Der BUND Hemsbach/Laudenbach und das Klimaschutzmanagement der Gemeinde Laudenbach laden gemeinsam zum Vortragsabend ein. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Neue Schwalbentürme in Hemsbach: Hilfe für gefiederte Insektenjäger
Mit dem Aufbau von drei sogenannten Schwalbentürmen setzt die Stadt Hemsbach ein starkes Zeichen für den Artenschutz. Die neuen Nisthilfen sollen Mehlschwalben und Mauerseglern im Siedlungsbereich wieder bessere Brutbedingungen bieten – denn geeignete Nistplätze werden für die Tiere zunehmend rar.
„Gerade Mehlschwalben leiden stark unter modernen Fassadengestaltungen, Sanierungen und dem Mangel an geeigneten Lehmstellen für den Nestbau“, erklärt Matthias Kadel vom Fachbereich Planung und Technik der Stadt Hemsbach. „Die Schwalbentürme schaffen hier gezielt Abhilfe.“ Zusätzlich bieten sie die Möglichkeit, Fledermauskästen zu integrieren und so weiteren geschützten Arten Lebensraum zu geben.
Zwei Türme wurden am Rande des Sportplatzes nahe dem sogenannten „Baumviertel“ errichtet, ein dritter im Baumviertel selbst. Die Standortwahl erfolgte in enger Abstimmung mit dem BUND Hemsbach/Laudenbach, der zuvor vorhandene Mehlschwalbennester kartiert hatte. Diese fachliche Begleitung erhöht die Chancen, dass die neuen Nisthilfen auch tatsächlich angenommen werden.
Die Maßnahme gewinnt zusätzliche Bedeutung vor dem Hintergrund der angespannten Situation in der Region: Nach der kurzfristigen Sprengung des Kühlturms im nahegelegenen Biblis verloren rund 800 Mehlschwalben schlagartig ihren Brutplatz. Die dort als Ausgleich errichteten Schwalbentürme wurden bislang kaum angenommen – umso wichtiger sind funktionierende Alternativen in der Umgebung.
Finanziell wurde das Projekt durch die Stiftung Naturschutzfonds unterstützt, die 70 Prozent der Kosten übernahm. Der städtische Eigenanteil beträgt rund 10.000 Euro.
Neben ihrem Wert für die Biodiversität leisten Mehlschwalben und Mauersegler auch einen ganz praktischen Beitrag: Als unermüdliche Insektenjäger reduzieren sie große Mengen fliegender Insekten, darunter auch Stechmücken wie die Asiatische Tigermücke. Die neuen Schwalbentürme kommen damit nicht nur der Natur zugute, sondern steigern auch die Lebensqualität vor Ort.
Hemsbach stärkt weiterhin seine Klimabilanz: Umrüstung auf moderne LED-Straßenbeleuchtung startet
Die Stadt Hemsbach geht beim kommunalen Klimaschutz konsequent voran und modernisiert ihre gesamte Straßenbeleuchtung in drei großen Bauabschnitten. Mit dem flächendeckenden Austausch aller veralteten Natriumdampfleuchten durch moderne LED-Technik setzt die Kommune ein starkes Signal für Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und eine verantwortungsbewusste Stadtentwicklung.
Der erste Bauabschnitt ist bereits erfolgreich auf den Weg gebracht: Die Lieferung von 302 neuen LED-Leuchten übernimmt die Firma SITECO aus Traunreuth, installiert werden die Leuchtenköpfe durch das Unternehmen Mark Grzegorasczuk Elektrotechnik. Rund 152.000 Euro investiert Hemsbach in diese erste Etappe – eine Investition, die sich schnell auszahlen wird. Denn allein dieser Bauabschnitt ermöglicht eine jährliche Stromersparnis von rund 86.000 kWh und leistet damit einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen.
„Hemsbach übernimmt Verantwortung – nicht nur für heute, sondern für die nächsten Generationen. Mit der LED-Umrüstung zeigen wir, dass kommunaler Klimaschutz konkret, finanzierbar und wirksam ist“, betont Bürgermeister Jürgen Kirchner.
Bereits jetzt richtet die Stadt den Blick auf die kommenden Schritte: Im Jahr 2026 sollen im zweiten Bauabschnitt weitere 500 Leuchten modernisiert werden. Hierfür läuft bereits ein Förderantrag, der im April 2024 gestellt wurde. Auch im dritten Bauabschnitt ist der Austausch von weiteren 500 Leuchten vorgesehen. Beide Maßnahmen werden über Programme der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) unterstützt.
Dank dieser Fördermittel kann Hemsbach seine Modernisierung der Straßenbeleuchtung wirtschaftlich, zukunftsorientiert und in großem Tempo vorantreiben. Damit stärkt die Stadt mit einem weiteren großen Schritt ihre Klimabilanz.
Refugium für Rebhuhn und Co.: Geopark-Tafel Biotopverbund „Förderung der Offenlandbrüter“ eingeweiht
Am Anfang war das Rebhuhn – und ein Anfang ist gemacht, dass es westlich der Autobahn bald wieder zahlreich brüten wird: Dort nämlich hat die Stadt Hemsbach im Zuge einer Neuverpachtung ihrer städtischen Äcker insgesamt 5 Hektar – das entspricht 4,3 Prozent – in Biotopflächen umgewandelt und damit Rebhuhn und Co. im wahrsten Wortsinn der Boden bereitet. Sozusagen als „Endprodukt dieser Biotopverbundplanung“, wie Christopher Wetzel es ausdrückte, wurde jetzt eine Geo-Naturpark-Tafel eingeweiht, welche den Werdegang dieses Gebiets zur Förderung des Rebhuhns und der Offenlandbrüter erklärt. Neben dem Leiter des Fachbereichs Planung und Technik waren Geopark-Projektleiterin Petra Habeck und Matthias Kadel von der Stadtverwaltung zugegen, als die stellvertretende Geopark-Geschäftsführerin Larissa Arras gemeinsam mit Hemsbachs Bürgermeister Jürgen Kirchner die Tafel enthüllte.
Vom Aussterben bedroht
Offenlandbrüter – auch Bodenbrüter genannt – sind Vögel, die, wie der Name schon sagt, ihre Nester auf dem Erdboden bauen, und das gut getarnt. Zu dieser Vogelart zählen beispielsweise zahlreiche Hühnervögel wie eben das Rebhuhn, viele Regenpfeiferartige, auch als Limikolen oder Watvögel bezeichnet, wie der Kiebitz, sowie manche Singvögel wie die Feldlerche. Gerade das Rebhuhn war in der früheren Kulturlandschaft mit Büschen, Stauden, Ackerrainen, Graswegen und Brachflächen ein häufig vorkommender Vogel. Heute ist es, wie viele Bodenbrüter, vom Aussterben bedroht: Vor allem eine zunehmend intensivierte Landwirtschaft, aber auch Bauvorhaben machen ihnen den Lebensraum streitig. Nicht zu vergessen sind unvorsichtige Zweibeiner – erst recht mit Hund, und der nicht immer an der Leine –, die dem gefiederten Nachwuchs ebenfalls gefährlich werden können, wenn sie achtlos über Wiesen laufen und dabei das Brutgeschäft stören.
Allein deshalb ist der Standort der Geopark-Tafel außerhalb der eigentlichen Biotopverbundsflächen gut gewählt, denn Bodenbrüter mögen’s ruhig und ungestört. Das war wohl auch der Grund, weshalb die Untere Naturschutzbehörde den Standort empfohlen hatte. Weiterer Pluspunkt: Die Tafel steht direkt am stark frequentierten Rad- und Fußweg neben der L 3110 und weckt an dieser Stelle großes Interesse, denn „sie eröffnet einen anderen Blick auf die Welt, in der man lebt“, so Bürgermeister Jürgen Kirchner.
Von der „Ladenburger Leppe“…
Zu dieser Welt sollen, so hoffen die Verantwortlichen, nun auch bald wieder stabile Rebhuhnbestände gehören. In drei bis vier Jahren, so Wetzel, werden man ein entsprechendes Monitoring erstellen. Erste Vorkommen jedenfalls habe man bereits gesichtet. Die Arbeit von Jahren scheint sich gelohnt zu haben: Die Stadt Hemsbach bemüht sich nämlich schon seit 2019 um die Förderung der Offenlandbrüter. Eine erste Grünlandfläche entstand damals, nach vielen bürokratischen Hürden, im Gewann „Ladenburger Leppe“. Die Initialzündung kam ursprünglich von der ISEK-Projektgruppe „Landschaft und Vorgebirge“ und mündete in einen Runden Tisch „Allianz für Bodenbrüter“.
Auf dem 1,5 Hektar großen Areal wurden die restlichen noch verbliebenen abgestorbenen Fichten – Reste einer Weihnachtsbaumplantage – gerodet und die Fläche mit standortgerechtem Saatgut eingesät. Eine artenreiche Magerwiese mit Altgrasstreifen bietet seitdem Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren – und ausreichend Nahrungsquellen für Rebhühner. Gepflegt wird die Fläche von einem Laudenbacher Landwirt.
… zum Biotopverbund
An die „Ladenburger Leppe“ grenzen bekanntlich die Lorscher Weschnitzinsel sowie Weinheimer und Viernheimer Grünlandflächen bis hin zum Rebhuhnbestand in Heddesheim. Einen Großteil dieser Flächen zu einem Biotopverbund zu vernetzten, lag demnach im wahrsten Wortsinn nahe. Darüber hinaus liegt in räumlichem Bezug und nur getrennt durch Intensivgrünland im Nordwesten der „Ladenburger Leppe“ die ehemalige BUND-Wiese, die von einem Hemsbacher Landwirt gepflegt wird. Mit den jetzt dazugekommenen 5 Hektar zwischen BAB 5 und Hüttenfeld hat man ein ausgedehntes und zusammenhängendes Ökogebiet mit ausgedehnten Anteilen an Flachland-Mähwiesen und Röhrichten geschaffen – ideale Verhältnisse also für Bodenbrüter und, kleiner Nebeneffekt, ein großes Plus fürs Ökopunktekonto der Stadt.
Alle ziehen an einem Strang
Bemerkenswert ist zudem, dass der Biotopverbund tatsächlich als Gemeinschaftsprojekt gesehen werden kann, auch was dessen Pflege anbelangt. Naturschützer, Landwirte und Jäger ziehen an einem Strang und engagieren sich zusammen mit der Stadtverwaltung und dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald für eine Verbesserung der Lebensräume des Rebhuhns sowie der Offenlandbrüter insgesamt und damit für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Den Pflegemanagementplan erstellt die Untere Naturschutzbehörde, die Erträge verbleiben bei den Landwirten, die für den Pflegeaufwand auch eine Vergütung erhalten. Neben dem gegenseitigen Dank aller Beteiligten sprachen alle dann auch jenen ein explizites Lob aus. Insbesondere Larissa Arras betonte, wie wichtig das direkte und gemeinsame Engagement vor Ort für die Schaffung von Naturräumen und den Erhalt der Arten sei, habe doch jede „ihre Nische und ihren Nutzen“.
Rund 500 solcher Infotafeln, die sowohl bebildert als auch in englischer Sprache abgefasst sind, gibt es inzwischen im Geo-Naturparkgebiet Bergstraße-Odenwald, das von Aschaffenburg bis Mosbach, von Ludwigshafen bis weit östlich von Buchen reicht. Es ist auch nicht die erste Geopark-Tafel in Hemsbach, weitere stehen beispielsweise im Naturschutzgebiet Rohrwiesen sowie am Wiesensee. Und es soll freilich nicht die letzte in Hemsbach bleiben, erklärt Wetzel: „Wir arbeiten selbstverständlich intensiv weiter in Sachen Naturschutz und Biodiversität.“ Zunächst heißt es jetzt aber erst einmal: Willkommen, Rebhuhn und Co.!
Foto: Christopher Wetzel (Leiter Fachbereich Planung und Technik), Bürgermeister Jürgen Kirchner, Larissa Arras (stellvertretende Geschäftsführerin des Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald) und Matthias Kadel (Fachbereich Planung und Technik) neben der neuen Geopark-Tafel "Biotopverbund Bodenbrüter"
Rhein-Neckar-Kreis bleibt Spitzenreiter bei neuen Photovoltaik-Anlagen
Heidelberg, 6. August 2025. Im ersten Halbjahr 2025 wurden in Baden-Württemberg rund 65.500 Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 988 Megawatt Leistung neu installiert. Auch die Rhein-Neckar-Region zeigt weiterhin starken Ausbau: Sowohl der Rhein-Neckar-Kreis als auch der Neckar-Odenwald-Kreis belegen im Landesvergleich Platz 2 bei den neu errichteten Gebäudeanlagen und Solarparks. Das berichtet anhand der aktuellen Daten das Photovoltaik-Netzwerk Rhein-Neckar und die KLiBA.
Den Landesvergleich haben die KEA, Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) und das Solar Cluster Baden-Württemberg erstellt. Die Zahlen stammen von Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und wurden vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ausgewertet. Die vorläufigen Ergebnisse sind im Datendienst der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) einsehbar.
Erfolge im Landkreis
Der Rhein-Neckar-Kreis liegt bei den Gebäude-Solarstromanlagen auf Platz 2 im Land, mit einer installierten Leistung von 31,1 MW. Auch bei den neu errichteten Solarparks belegt der Nachbarlandkreis Neckar-Odenwald ebenfalls Platz 2 der Photovoltaik-Liga mit einem Zubau von 36,6 MW.
In den Kommunen wächst die Nutzung von Solarenergie ebenfalls. Besonders hervorzuheben ist eine große PV-Anlage auf dem Dach der Martinsschule Ladenburg, Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum, mit 869 Modulen und einer installierten Leistung von 369,32 Kilowatt-Peak (kWp).
„Der Ausbau der Photovoltaik-Dachanlagen im Rhein-Neckar-Kreis läuft gut, doch bei Freiflächen besteht noch großes Potenzial“, sagt Dr. Keßler, Geschäftsführer der KLiBA. „Laut der Potenzialanalyse des Landkreises könnten entlang der Autobahnen und Schienenwegen von über 2.000 MW an zusätzlicher Stromerzeugung realisiert werden – ein wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern“, ist Keßler überzeugt.
Die größte Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in Ladenburg zeigt, wie gemeinschaftliche Projekte funktionieren: Auf einer 5.000 Quadratmetern großen Brachfläche, die sich auf dem alten ABB-Areal befindet, werden aktuell zwölf Modultische mit insgesamt 760 Modulen mit rund 400 kWp Gesamtleistung errichtet. Die Bürgerinitiative für Photovoltaik in Ladenburg (Bipla) ist zukünftige Betreiberin der Anlage.
Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik:
Nach etwa zehn bis zwölf Jahren amortisieren sich die Investitionen in eine PV-Anlage. Das reduziert die Kosten für Strom aus dem öffentlichen Netz. Die Herstellungskosten werden bereits nach rund zwei Jahren durch die Stromerzeugung ausgeglichen. Über die gesamte Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren produzieren die Module das elf- bis 18-fache der für ihre Herstellung aufgewendete Energie.
Photovoltaik-Netzwerk Rhein-Neckar berät
Das Photovoltaik-Netzwerk Rhein-Neckar wird vom Umweltministerium Baden-Württemberg finanziell gefördert. Die Fachleute der KLiBA, bei der das Photovoltaik-Netzwerk Rhein-Neckar angesiedelt ist, unterstützen die Kommunen in der Region bei der Umsetzung einer lokalen Photovoltaik-Kampagne. In deren Rahmen informieren sie Bürgerinnen und Bürger der Kommune über Möglichkeiten, Nutzen und Kosten der Sonnen-Stromerzeugung.
Das Photovoltaik-Team der KLiBA, Silvia Böse und Dominik Kolmann, steht Ihnen gerne beratend zur Seite! E-Mail:
Informationen zum Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg und allen regionalen Akteuren gibt es unter www.photovoltaik-bw.de .
Rangliste Photovoltaik-Liga zeigt den Ausbau
Die Photovoltaik-Liga Baden-Württemberg ist eine Rangliste der beim Solarstromausbau erfolgreichsten Landkreise im Südwesten. Die regelmäßig aktualisierte Liste des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg zeigt die neu zugebaute Leistung an Gebäuden und auf Freiflächen in Megawatt. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg fördert das Photovoltaik-Netzwerk.
Die Zahlen zum Photovoltaikzubau in Baden-Württemberg sind auf der Seite der Photovoltaiknetzwerke dokumentiert: www.photovoltaik-bw.de/themen/photovoltaik-liga. Die monatlich aktualisierten Photovoltaik-Ausbau-Daten der Landkreise sind vollständig im Photovoltaik-Dashboard der LUBW sehen: https://umweltdaten.lubw.baden-wuerttemberg.de/w/m-energie-sonne-dashboard-ausbau.
Zum Foto (Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis): Sonne in der Region stärker nutzen: Die PV-Anlage auf dem Dach der Martinsschule Ladenburg ist bereits seit Januar 2025 in Betrieb. Gebaut und finanziert wurde die Anlage vom Eigenbetrieb Bau, Vermögen und Informationstechnik des Rhein-Neckar-Kreises.
Kommunale Wärmeplanung im Konvoi Bergstraße: Mit Dienstleister Energielenker Projects GmbH die Wärmewende voranbringen
Kommunale Wärmepläne effizient ausarbeiten und Synergien bündeln – das ist das Ziel des Konvois Bergstraße. Bereits im März 2023 – noch bevor das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze zum 01. Januar 2024 in Kraft getreten ist – haben die Städte Schriesheim, Ladenburg und Hemsbach, sowie die Gemeinden Hirschberg an der Bergstraße, Edingen-Neckarhausen, Dossenheim, Laudenbach, Heddesheim und Ilvesheim beschlossen, ihre Kapazitäten zu bündeln und die Wärmewende gemeinsam anzugehen.
Seitdem ist die Planung gut vorangeschritten: Nachdem die Fördermittel von rund 182.500 € vom Land Baden-Württemberg im Juni 2024 freigegeben wurden, veröffentlichte die Stadtverwaltung Schriesheim für den gesamten Konvoi im September 2024 die Ausschreibung für einen Dienstleister, der bei der Erstellung der Wärmeplanung unterstützen soll. Das Verhandlungsverfahren erstreckte sich über den Jahreswechsel und dabei trat das Angebot des Unternehmens Energielenker Projects GmbH unter den vier Bietern hervor.
Die Energielenker Projects GmbH stellte sich und ihre Pläne in der Gemeinderatssitzung am 26. Februar 2025 vor. Das Unternehmen mit Sitz in Langen hat bereits Kommunen wie die Stadt Freiburg oder die Stadt Rastatt zum Thema Energie- und Klimamanagement beraten. Das interdisziplinäre Team der Energielenker bringt Kompetenzen unter anderem aus den Bereichen Stadtplanung, Umwelt- und Ressourcenmanagement sowie Geographie mit. Zur Erstellung der Kommunalen Wärmepläne für den Konvoi Bergstraße hat das Beratungsunternehmen sein Vorhaben in vier Phasen unterteilt: Zu Beginn stehen eine Datenerhebung und eine Bestandsanalyse an. Im nächsten Schritt wird eine Potenzialanalyse durchgeführt, bevor es dann mit der Ermittlung von Zukunftsszenarien sowie der Zonierung und Priorisierung der Eignungsgebiete weitergeht. Anhand dieser Daten werden in der dritten Phase Maßnahmenkataloge formuliert sowie Umsetzungsempfehlungen für Fokusgebiete herausgearbeitet. Das Ergebnis inklusive Umsetzungskonzept wird am Ende im Gemeinderat präsentiert. Während der vier Phasen sehen die Energielenker zwei Vorstellungen in den jeweiligen Gremien innerhalb des Konvois vor, um einen Zwischenstand mitzuteilen. Eine Bürgerinformationsveranstaltung in jeder Kommune ist in dieser Zeit auch geplant.
Für die Ausarbeitung des Kommunalen Wärmeplans entstehen voraussichtlich Kosten von rund 250.000 €. Zieht man die Fördermittel des Landes ab, bleiben Gesamtkosten in Höhe von ca. 67.500 € übrig, die unter Berücksichtigung der jeweiligen Einwohnerzahl auf die Mitgliedskommunen des Konvois verteilt werden. Auf die Stadt Schriesheim entfallen beispielsweise rund 10.000 €.
Erneuerung der Beleuchtungsanlagen im Bildungszentrum: Förderung durch Nationale Klimaschutzinitiative
Hemsbach/Laudenbach/Sulzbach. Die mehr als in die Jahre gekommenen Beleuchtungsanlagen im Bildungszentrum werden ab Ende Januar durch LED-Leuchten mit moderner Steuerungs- und Regeltechnik ersetzt. Die vom Schulverband Nördliche Badische Bergstraße im Jahr 2023 beschlossene und rund 700.000 Euro teure Maßnahme wird von der ZUG – Zukunft, Umwelt, Gesellschaft – im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz mit knapp 162.000 Euro gefördert.
Alte Beleuchtung überlastet Leitungsanlage
„Wir haben im Bildungszentrum eine unzulässige Erwärmung der Leitungsanlage und der Unterverteilungen sowie Blindströme festgestellt“, erklärt die zuständige Rathausmitarbeiterin Christine Hörr vom Fachbereich Planung und Technik. „Als Ursache haben wir eindeutig die alte Beleuchtungsanlage ausgemacht. Die vorhandenen Leuchten sind mit Kondensatoren ausgestattet, die eine maximale Lebensdauer von ca. 20 bis 30 Jahren haben.“ Die defekten Teile auszutauschen, sei nicht möglich, denn: „Es gibt vom Hersteller keine Ersatzteile mehr.“
Um die Überlastung der Leitungsanlage zu reduzieren, hatte die Verwaltung auch die Möglichkeit untersucht, LED-Retrofit-Leuchtmittel einzusetzen. Das sind Lampen, die dafür entwickelt wurden, herkömmliche Leuchtmittel schnell und einfach zu ersetzen. Allerdings sind diese vom Hersteller der Leuchten für diesen Zweck nicht zugelassen. „Die Haftung für den Sach- und Personenschutz läge deshalb beim Schulträger“, erklärt Hörr – ein viel zu großes Risiko.
Bleibt nur Option Nummer drei: die Empfehlung zweier Fachplanungsbüros umzusetzen, nämlich, die alten Leuchten komplett durch LED-Leuchten mit moderner Steuerungs- und Regeltechnik auszutauschen. „Damit würde auch die Beleuchtungsstärke in den Unterrichtsräumen auf den Normwert 500 Lux erhöht, welcher in Anbetracht der zunehmenden Nutzung digitaler Medien erforderlich ist.“
Die neue Beleuchtungsanlage wird mittels Tragprofilen der Decke montiert, ohne in die vorhandene Deckenkonstruktion einzugreifen. Die Verkabelung der Leuchten und Sensoren für Tageslicht- und Präsenzsteuerung erfolgt über Tragprofile. Die bestehende Anlage wird stillgelegt und soweit möglich demontiert. Das Lichtsteuersystem, welches durch automatische Steuerung für optimale Beleuchtungsqualität und -effizienz sorgt, wird zentral im Gebäude angebracht. Was den zeitlichen Rahmen anbelangt, soll die Maßnahme im Jahr 2025 bei laufendem Schulbetrieb umgesetzt werden.
Enorme Strom- und CO2-Einsparungen
Durch den Austausch der Beleuchtungsanlage und den Einsatz moderner Steuerungstechnik ergibt sich eine durchschnittliche Stromeinsparung aller Leuchtensysteme von ca. 75 Prozent sowie eine CO2-Einsparung von 2.063 Tonnen. Die Maßnahme hat sich voraussichtlich innerhalb der nächsten acht bis zehn Jahre amortisiert.
Die Kosten für die Erneuerung der Beleuchtungsanlage belaufen sich auf ca. 700.000 EUR brutto. Für die Maßnahme wurde bei der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes ein Förderantrag gestellt, und das mit Erfolg. Der Austausch der Beleuchtungsanlage wird unter dem Förderkennzeichen 67K23842 mit 25 Prozent der Nettosumme bezuschusst.
Mit den Planungsleistungen wurde das Büro EW Elektroplanung GmbH, Wallstadter Straße 59 aus 68526 Ladenburg beauftragt, das mit brutto 88.579,59 Euro das günstigste Angebot abgegeben hatte. Die Arbeiten ausführen wird die Firma Josef Rell Elektro-Anlagen GmbH, Mörlenbach.
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die eine Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Link zur Website der Nationalen Klimaschutzinitiative:
www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie
Land unterstützt weitere 69 Kommunen mit insgesamt 1,4 Millionen Euro in der Wärmeplanung
Umwelt- und Energieministerin Thekla Walker: „Ohne Wärmewende kann es keine erfolgreiche Energiewende geben. Deswegen unterstützen wir unsere Kommunen, die Herausforderung Wärmewende strategisch anzugehen.“
Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg unterstützt mit dem Programm „freiwillige kommunale Wärmeplanung“ kleinere Kommunen, die freiwillig einen Wärmeplan erstellen. Mit dem Förderprogramm konnten in 7 Tranchen bereits über 170 Kommunen im Land finanziell in ihrer Wärmeplanung unterstützt werden. „Ich freue mich sehr, dass es dem Umweltministerium gelungen ist, zusätzlich rund 1,4 Millionen Euro zu mobilisieren, um weitere 69 Kommunen zu unterstützen“, so Walker. Damit machen sich mithilfe der finanziellen Unterstützung mittlerweile rund 240 Kommunen – neben den gesetzlich verpflichteten 104 großen Kreisstädten und Stadtkreisen – in Baden-Württemberg freiwillig auf den Weg der Wärmeplanung. Ein solcher Wärmeplan ist für alle Kommunen – alleine oder auch in einem Zusammenschluss mehrerer Gemeinden (sogenannten Konvois) – sinnvoll, um die Herausforderung Wärmewende strategisch anzugehen.
Von der kommunalen Wärmeplanung profitieren insbesondere die Bürgerinnen und Bürger im Land: Sie bekommen frühzeitig eine Orientierung hinsichtlich ihrer klimafreundlichen Heizungsoptionen, beispielsweise ob ein Anschluss an ein Wärmenetz möglich ist oder ob klimafreundliche dezentrale Heizungslösungen, insbesondere Wärmepumpen, in ihrer Region zielführender sein könnten.
„Der Status Quo zeigt uns deutlich: Der Wärmesektor ist derzeit für etwa die Hälfte des Energieverbrauchs verantwortlich. Die Wärmewende ist daher essenzieller Bestandteil einer erfolgreichen Energiewende und unentbehrlich, um die Klimaziele des Landes zu erreichen“, unterstreicht Thekla Walker, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. „Nur so kann Baden-Württemberg seine bundesweite Vorreiterrolle in der Wärmeplanung weiter ausbauen“, so die Ministerin.
Das Förderprogramm hat eine sehr hohe Nachfrage seitens der Kommunen im Land erfahren. Es hat viele Städte und Gemeinden dazu bewegt, die kommunale Wärmeplanung zu starten und stellt daher aus Sicht des Landes einen großen Erfolg dar. Viele weitere Kommunen haben noch Anträge für das Förderprogramm gestellt. „Ich begrüße das große Interesse an dem Förderprogramm“, so Ministerin Walker. „Das Umweltministerium setzt sich weiterhin für eine zeitnahe Lösung und Unterstützung der Kommunen im Land ein, um die Wärmewende in Baden-Württemberg voranzutreiben.“
Weitere Hintergrundinformationen
Durch die Vorgaben Wärmeplanungsgesetzes (WPG) des Bundes sind künftig alle Kommunen verpflichtet, einen Wärmeplan zu erstellen. In Baden-Württemberg wird das WPG innerhalb der Novellierung des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetzes Baden-Württemberg (KlimaG BW) voraussichtlich Anfang 2025 umgesetzt. Nach der Umsetzung des WPG innerhalb des KlimaG BW handelt es sich bei der Wärmeplanung künftig um eine Pflichtaufgabe der Kommunen, welche dann mit sogenannten Konnexitätszahlungen finanziert werden wird.
Weitere Informationen finden Sie hier:
https://um.baden-wuerttemberg.de/foerderprogramm-kommunale-waermeplanung