Kunst, Spiel und Klimaschutz: Dreispitz erstrahlt als neue grüne Oase

Es sind nicht immer die Großprojekte, die ein Stadtbild nachhaltig verändern, sondern liebevoll gestaltete Plätze der Begegnung. Ein Paradebeispiel für eine solche gelungene Aufwertung zeigt sich ab sofort „Am Dreispitz“. Unter dem inspirierenden Leitgedanken „Kunst + Spiel“ hat sich eine ehemals unscheinbare Fläche in einen lebendigen, funktionalen und optisch ansprechenden Treffpunkt verwandelt.
Wo zuvor grauer Asphalt oder vernachlässigtes Grün das Bild prägten, ist auf rund 60 Quadratmetern eine attraktive Wohlfühloase entstanden, die das Erscheinungsbild des gesamten Stadtteils spürbar aufwertet und das Miteinander der Generationen fördert. Bei der feierlichen Einweihung wurde nämlich deutlich, dass bei der Umgestaltung weit über die reine Optik hinausgedacht wurde.
Kunst + Spiel und Platz zum Durchatmen
Im Fokus der Planungen standen die Jüngsten und die Anpassung an den spürbaren Klimawandel. Direkt auf dem täglichen Weg zum Kindergarten und zur Schule gelegen, lädt im nordöstlichen Bereich nun eine moderne Kleinspielanlage mit zwei neuen innovativen Spielgeräten die Kleinsten zur Bewegung ein. Währenddessen finden Eltern und Anwohner auf den bereits vorhandenen Bänken und Wegen einen Ort zum Durchatmen.
Um der zunehmenden Sommerhitze zu begegnen, investierte der Fachbereich Planung und Technik bewusst in eine nachhaltige Beschattung. Der üppige Kreuzungsbereich wird künftig von zwei neu gepflanzten Säulenhainbuchen der robusten Sorte Carpinus betulus „Franz Fontaine“ als Hochstämme geprägt. Diese Bäume rahmen das bereits seit 2017 bestehende Kunstwerk gestalterisch ein, spenden bald wertvollen Schatten und sichern langfristig eine hohe Aufenthaltsqualität.
Dr. Christiane Boschert, Vorsitzende des Fördervereins KunstPlatz e.V., freut sich sehr, das Kunstwerk „Dynamik“ von Gabriele Möller-Kuhlmann auf diese Art wiederbelebt zu sehen: „Das überdimensionale Windspiel, das immer wieder neue Farbimpressionen schafft, regt in dieser wunderbaren Umgebung nun wirklich zum Zusammenkommen an. Ich hoffe, dass viel Dynamik an diesem Platz entsteht.“
Ausgewählte Gewächse
Auch die botanische Komponente erzählt eine Geschichte von Widerstandskraft und durchdachter Ökologie. Das Team des städtischen Bauhofs setzte in enger Zusammenarbeit mit dem KunstPlatz über 100 gezielt ausgewählte Gewächse in die Erde. „Da die Fläche eine bewegte Vorgeschichte aufweist und extremen Belastungen standhalten muss, fiel die Wahl auf besonders salztolerante und robuste Pflanzen. Ein dichter Teppich aus 50 Exemplaren des Balkan-Storchschnabels und 30 violetten Breitwegerichen sorgt für Struktur“, erklärt der für Grünflächen zuständige Rathausmitarbeiter Matthias Kadel.
Harmonisches Gesamtbild
Ergänzt wird das Bild durch 15 herbstlich blühende Kissen-Astern der Sorte „Professor A. Kippenberg“ sowie 14 grazile Exemplare des Garten-Reitgrases „Waldenbuch“, welche teilweise durch das fachgerechte Teilen bereits vorhandener Gräser gewonnen wurden. Um den Pflegeaufwand für die Zukunft so gering wie möglich zu halten, wurde bewusst auf ein Abmulchen der Fläche verzichtet. Einstige Anregungen aus der Bürgerschaft, wie die früher gepflanzten Sonnenhüte (Echinacea), flossen als Inspiration in dieses neue, harmonische Gesamtbild ein, das nun weniger auf kleinteilige Stauden und dafür verstärkt auf die Kraft der Bäume setzt.
„Insgesamt zeigt das Projekt Am Dreispitz symbolisch, was durch Fachwissen, Kreativität und gemeinschaftliches Engagement möglich ist: ein Ort, an dem Kunst, Natur, Klimaanpassung und Lebensfreude spielerisch und in gelungener Kombination zusammenfinden“, freut sich Bürgermeister Jürgen Kirchner – und verleiht gleichzeitig dem Wunsch Ausdruck, dass dieser Platz in diesem Zustand bleiben möge.
Rücksichtnahme erbeten
Die Gesamtkosten der erfolgreichen Umgestaltung beliefen sich auf rund 8.000 Euro. Dass moderner Städtebau jedoch auch von gegenseitiger Rücksichtnahme lebt, zeigt ein Wermutstropfen in der Bilanz: Ein erheblicher Anteil von rund 2.500 Euro musste allein für den aufwändigen Austausch von Erde aufgewendet werden, die durch Hundeurin massiv verunreinigt und geschädigt war. „Vor diesem Hintergrund möchten wir nochmals alle Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer bitten, den neu gestalteten Dreispitz als sensible grüne Oase für Groß und Klein zu respektieren“, appelliert der Rathauschef. Die Vierbeiner sind im Stadtteil willkommen, für ihre Hinterlassenschaften und Belange sollte im Sinne einer sauberen Nachbarschaft jedoch konsequent die bereitgestellte Hundetoilette genutzt werden. Die befindet sich gerade mal zwei Schritte weiter.