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26. Januar 2026
Heike Pressler

Neue Schwalbentürme in Hemsbach: Hilfe für gefiederte Insektenjäger

Ein Schwalbenturm am Rand des Sportplatzes, links das Logo der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg

Mit dem Aufbau von drei sogenannten Schwalbentürmen setzt die Stadt Hemsbach ein starkes Zeichen für den Artenschutz. Die neuen Nisthilfen sollen Mehlschwalben und Mauerseglern im Siedlungsbereich wieder bessere Brutbedingungen bieten – denn geeignete Nistplätze werden für die Tiere zunehmend rar.

„Gerade Mehlschwalben leiden stark unter modernen Fassadengestaltungen, Sanierungen und dem Mangel an geeigneten Lehmstellen für den Nestbau“, erklärt Matthias Kadel vom Fachbereich Planung und Technik der Stadt Hemsbach. „Die Schwalbentürme schaffen hier gezielt Abhilfe.“ Zusätzlich bieten sie die Möglichkeit, Fledermauskästen zu integrieren und so weiteren geschützten Arten Lebensraum zu geben.

Zwei Türme wurden am Rande des Sportplatzes nahe dem sogenannten „Baumviertel“ errichtet, ein dritter im Baumviertel selbst. Die Standortwahl erfolgte in enger Abstimmung mit dem BUND Hemsbach/Laudenbach, der zuvor vorhandene Mehlschwalbennester kartiert hatte. Diese fachliche Begleitung erhöht die Chancen, dass die neuen Nisthilfen auch tatsächlich angenommen werden.

Die Maßnahme gewinnt zusätzliche Bedeutung vor dem Hintergrund der angespannten Situation in der Region: Nach der kurzfristigen Sprengung des Kühlturms im nahegelegenen Biblis verloren rund 800 Mehlschwalben schlagartig ihren Brutplatz. Die dort als Ausgleich errichteten Schwalbentürme wurden bislang kaum angenommen – umso wichtiger sind funktionierende Alternativen in der Umgebung.

Finanziell wurde das Projekt durch die Stiftung Naturschutzfonds unterstützt, die 70 Prozent der Kosten übernahm. Der städtische Eigenanteil beträgt rund 10.000 Euro.

Neben ihrem Wert für die Biodiversität leisten Mehlschwalben und Mauersegler auch einen ganz praktischen Beitrag: Als unermüdliche Insektenjäger reduzieren sie große Mengen fliegender Insekten, darunter auch Stechmücken wie die Asiatische Tigermücke. Die neuen Schwalbentürme kommen damit nicht nur der Natur zugute, sondern steigern auch die Lebensqualität vor Ort.