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  • Heike Pressler

Pressegespräch zur Bebauung des Minera-Geländes - Kirchner: „Unsere Tür steht nach wie vor offen“

Es ist unumstritten: Der Zustand des Minera-Geländes am westlichen Ortseingang von Hemsbach ist so schlimm, dass man durchaus von einem Schandfleck sprechen kann. Seit vielen Jahren tut sich dort nichts bis wenig. In den letzten Monaten schien allerdings mit neuen Planungen des Bauträgers und Projektentwicklers FS-Projekte Mannheim Bewegung in die Sache zu kommen.

Doch die Pläne fielen wegen der Massivität der Bebauung bei Verwaltung und Gemeinderat durch. Weil FS-Projekte jetzt Bürgerinnen und Bürger zu virtuellen „Zaungesprächen“ via Website aufruft, sah sich die Stadt Hemsbach veranlasst, zu einem Pressegespräch einzuladen und das Thema nochmals von städtischer Seite aus zu beleuchten. Bürgermeister Jürgen Kirchner und Bertram Rößling, Leiter des Fachbereichs Planung und Technik, schilderten wiederholt die konkreten Gründe für die Ablehnung des geplanten Bauvorhabens.

Der Konflikt um das Minera-Gelände schwelt schon seit Jahren. Von 2014 bis 2019 führte Bürgermeister Kirchner „einen sehr einseitigen Schriftverkehr“: Der Rathauschef schrieb, der Eigentümer schwieg. Die ursprünglichen Planungen eines Backshops und einer Tankstelle, die 2015 in einen Bebauungsplan „Nördlich der Hüttenfelder Straße“ mündeten, wurden nicht realisiert, es herrschte weiterhin Funkstille. „Wir wollten immer eine Veränderung zum Positiven, und wir waren auch stets bereit, den Ideen des Eigentümers entgegenzukommen“, betont Kirchner. Doch es tat sich nichts.

Bis Januar letzten Jahres: Da wurde Frank Schmitt, Geschäftsführer der FS-Projekte Mannheim, im Rathaus vorstellig und tat kund, er wolle neu planen. Im Rathaus stieß er auf offene Ohren, die Pläne wurden dann im September 2020 im Gemeinderat vorgestellt. Der stand zwar einer Änderung des Bebauungsplans hin zu einer Mischnutzung mit Wohnen, Gewerbe, Kindergarten und Gastronomie grundsätzlich offen gegenüber, lehnte aber die vorgelegten Planungen insbesondere wegen der Größe, der Höhe und der Massivität einer bis zu fünfgeschossigen Bebauung ab.

Im Januar 2021 reichte FS-Projekte eine neue Planung ein. Die habe sich aber, so Kirchner, nur punktuell von der ursprünglichen Planung unterschieden. „Die Bebauung wurde zwar um ein Geschoss reduziert, aber im Grunde gab es nur marginale Änderungen. Die grundsätzlichen Kritikpunkte zur Größe und Massivität der Gebäude waren nach wie vor gegeben.“ Rößling ergänzt: „Nicht zu vergessen, ist das Grundstück auch Teil des Sport- und Freizeitbereichs und liegt sehr exponiert am Ortseingang. Das uns von FS-Projekte vorgelegte Raumprogramm für dieses Gebiet trägt dem nicht Rechnung.“

Der Gemeinderat teilte die Meinung der Verwaltung und lehnte die Planung ab: Die Bebauung sei mit bis zu 16,5 Metern zu hoch, zu wuchtig, zu gebäudelastig, zu dominierend. FS-Projekte signalisierte darauf hin, dass eine weitere Verkleinerung und Reduzierung der Bebauung aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich sei. Einige Tage später stellte der Projektentwickler über die Tagespresse das Projekt samt Planskizzen vor und warb dafür. Gleichzeitig forderte er vonseiten der Stadt Vorgaben, in welchem Maß zu bauen erlaubt sei.

Das wiederum sorgte für Stirnrunzeln bei der Stadt. „Vorweg: Wir würden sehr gerne in neue Planungen einsteigen. In Anbetracht der Größe und der Qualität des Grundstücks halten wir es aber für wesentlich sinnvoller und wesentlich effektiver, dass der Investor uns seine Zielvorstellungen und konkrete Ansätze nennt. Ansonsten ist das ein Schuss ins Blaue“, sagt Bertram Rößling. Und zu den Planskizzen der FS-Projekte: „Man muss schon deutlich sagen, dass diese die Realität nicht wirklich abbilden.“

Kirchner ergänzt: „Man muss klar sehen, was eine Gebäudehöhe von 16,5 Metern bedeutet. Da gibt es keinen Punkt in der Nähe, der diese Höhe auch nur annähernd erreicht.“ Der Rathauschef zieht den Vergleich mit dem neuen Senioren- und Pflegeheim in der Tilsiter Straße: „Selbst diese Gebäude sind um vier bis sieben Meter niedriger.“ Kirchner weiter: „Wir wollen außerdem alte Fehler nicht wiederholen. Eine solche Bebauung hat Bestand für zig Jahre und muss deshalb verträglich sein, gerade am Ortseingang.“

Dennoch betont der Rathauschef: „Wir sind selbstverständlich jederzeit zu weiteren Gesprächen bereit. Unsere Tür steht nach wie vor offen.“ Dass man in vielem nachgegeben habe, so beispielsweise bei der nicht unproblematischen Nutzungsänderung weg vom reinen Gewerbe hin zum Wohnen, und das bei allen Bedenken wegen des zu befürchtenden Lärms von der „alla hopp!“-Anlage und der Hüttenfelder Straße, zeige, dass man nach wie vor kompromissbereit sei.

Kirchner will nun abwarten, wie die „Zaungespräche“ verlaufen. „Vielleicht ergeben sich ja neue Perspektiven. Unser Interesse ist nach wie vor groß, dass dieses Grundstück entwickelt wird. Wir wollen auf keinen Fall, dass es so bleibt, wie es ist.“ Das will wohl niemand.

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