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Klimaschutzaktion „1.000 Bäume für 1.000 Kommunen“: 2.500 neue Bäume im Hemsbacher Wald

Geschrieben von Heike Pressler am . Veröffentlicht in Aktuelles

Um unseren Wald müssen wir uns Sorgen machen: Die heißen, trockenen Sommer der letzten beiden Jahre und der daraus resultierende Schädlingsbefall bedrohen inzwischen sämtliche Hauptbaumarten unserer heimischen Waldbestände. Dabei spielt gerade der Wald für den Klimaschutz eine zentrale Rolle –er speichert nämlich das Treibhausgas CO2. Wie also kann man dem Wald helfen?

Hemsbach: Klimaschutz gelebte Praxis vor Ort

Darüber hat sich der Gemeindetag Baden-Württemberg Gedanken gemacht und die landesweite Aktion „1.000 Bäume für 1.000 Kommunen“ ins Leben gerufen. Für die Stadt Hemsbach war es keine Frage, sich daran zu beteiligen, denn: „Dass uns Klimaschutz sehr am Herzen liegt, zeigen schon allein die vielen Aktionen im Rahmen unseres ISEK-Prozesses. Klimaschutz ist bei uns gelebte Praxis vor Ort und funktioniert seit vielen Jahren auch auf freiwilliger Basis hervorragend“, sagt Bürgermeister Jürgen Kirchner.

Ziel der im September 2019 gestarteten Aktion „1.000 Bäume für 1.000 Kommunen“ ist es, wie der Name schon sagt, bis Ende 2020 landesweit in tausend Städten und Gemeinden jeweils tausend neue Bäume zu pflanzen. Wenn das gelingt, hat Baden-Württemberg am Ende des Jahres rund eine Million neue Bäume im Wald – umgerechnet sind das 330 Hektar. Rund 4.300 Tonnen CO2 könnten dadurch jährlich gebunden werden.

Alle 54 Kreiskommunen machen mit

Auf besonders große Resonanz stieß das Projekt im Rhein-Neckar-Kreis: Alle 54 Kommunen des Landkreises sowie der Rhein-Neckar-Kreis selbst machen mit! Kommunen, die weniger oder keine Bäume pflanzen können, weil sie keinen Platz oder keinen eigenen Wald haben, geben ihren Anteil anderen Gemeinden ab und finanzieren diesen.

Die Stadt Hemsbach unterstützt die Aktion mit rund 2.500 neuen Bäumen. Auch wenn die Neupflanzungen im Hemsbacher Wald wie beispielsweise am Brücklisweg oder am Parkplatz der Förster-Braun-Hütte zum Teil alte und kranke Eschenbestände ersetzen: Auf einer Gesamtfläche von 0,6 Hektar wurden vier standortgerechte Baumarten gepflanzt, „die auch zum natürlichen Vorkommen in unserer Region zählen“, erklärt Revierförster Philipp Lambert.

Standortangepasste Pflanzungen

Den größten Teil davon nimmt die Erle ein: 1.200 davon wurden vorwiegend in unmittelbarer Nähe des Hemsbachs in die Erde gesetzt, denn Erlen mögen feuchtere Böden. Die 700 neuen Roteichen dagegen kommen mit sehr wenig Niederschlag aus. Ebenfalls als recht „witterungsstabil und klimaresistent“ gelten der Tulpenbaum, von dem 485 Setzlinge gepflanzt wurden, sowie die Esskastanie, derer es nun 125 Bäumchen mehr im Hemsbacher Wald gibt.

Deutlich wird, dass sich im Gegensatz zur früheren großflächigen Aufforstung heutzutage immer mehr die Prämisse einer kleinflächigeren und an Bodenbeschaffenheit und Lichtverhältnisse angepassten Bepflanzung durchsetzt. Das ist sicherlich auch dem Klimawandel geschuldet: Zusehends fällt bei Neuanpflanzungen die Wahl auf Bäume, die mit Trockenheit und Wärme besser zurechtkommen.

Trotzdem brauchen die Bäumchen jetzt natürlich viel Pflege und Zuwendung. Ein Zäunchen schützt sie zwar vor Wildschäden, aber nicht vor Witterungsverhältnissen. Einige der 2.500 Setzlinge werden wahrscheinlich nicht angehen, wenn es über längere Zeit heiß bleibt und zu wenig Regen fällt. „Deshalb haben wir für den Herbst eventuelle Nachpflanzungen vorgesehen“, so Lambert. Größere Anpflanzungen im Hemsbacher Wald, der insgesamt 238,7 Hektar umfasst, sind aber erst wieder für nächstes Jahr geplant.

Esche verschwindet

Ein Wort noch zu den Neupflanzungen auf Flächen, die eigentlich noch nicht „hiebsreif“ waren, wie es in der Fachsprache heißt: Warum auch augenscheinlich gesunde Eschen gefällt wurden, hat seinen Grund im „Falschen Weißen Stengelbecherchen“, lateinisch „Hymenoscyphus pseudoalbidus“. Es handelt sich hierbei um einen Pilz, der Eschen befällt und das sogenannte „Eschentriebsterben“ verursacht, erklärt Lambert. Sind Bäume erst einmal von diesem Pilz befallen, gibt es so gut wie keine Rettung mehr – nur etwa drei Prozent der befallenen Bäume überleben.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Die erste wäre, dass man die pilzbefallenen Eschen sterben lässt und sie dann abholzt. Das hat aber nicht nur wirtschaftliche Nachteile, denn das Holz ist so gut wie wertlos und lässt sich nicht mehr vermarkten. Wesentlicher ist die Gefahr, die von kranken Bäumen ausgeht: Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf sterben immer wieder Kronenteile und Äste ab, die herabfallen und zu einem Sicherheitsrisiko sowohl für Waldarbeiter wie auch Waldbesucher werden können.

Deshalb hat Hemsbach aus Gründen der Arbeitssicherheit und Verkehrssicherungspflicht die zweite Variante gewählt und teilweise auch noch gesunde Eschen gefällt, deren Holz auf dem Holzmarkt wenigstens einen halbwegs guten Preis erzielt. Dieser wirtschaftliche Aspekt ist nicht zu vernachlässigen: „Es hilft, den großen Schaden wenigstens etwas einzudämmen“, so Lambert abschließend.