Mit dem Mehrwegbecher für aktiven Umweltschutz: Gemeinsame Aktion von Jugendgemeinderat und BUND

Geschrieben von Heike Pressler am . Veröffentlicht in Aktuelles

Die Zahlen sind erschreckend: Laut einer Untersuchung des Bundesumweltamts werden in Deutschland jedes Jahr fast drei Milliarden Einwegbecher verbraucht. Der schnelle „Coffee to go“ ist ein Umweltsünder, wie er im Buche steht. Darüber kann man sich aufregen – oder etwas dagegen tun. Der Jugendgemeinderat Hemsbach setzt auf Letzteres und ist kreativ geworden: Gemeinsam mit dem BUND Hemsbach-Laudenbach stellten die jungen Leute jetzt ihren selbstentworfenen Mehrwegbecher vor.

Es ist nicht die erste Kooperation zwischen den Umwelt- und Naturschützern und Hemsbacher Jugendlichen: Bereits zweimal waren BUND und Jugendzentrum (JUZ) im Vorgebirge zu Gange und brachten verwilderte und vermüllte Grundstücke wieder auf Vordermann. Zwecks gemeinsamer Projekte kam der BUND jetzt auch auf den Jugendgemeinderat (JGR) zu und unterstützte sofort dessen Idee für einen Mehrwegbecher. „Umwelt- und Naturschutz ist in unser aller Interesse. Und gerade vor Ort, auf lokaler Ebene, lässt sich viel erreichen, weil es die Menschen direkt anspricht“, erklärt Felix Kokocinski vom BUND Hemsbach-Laudenbach.

Das Design mit Naturmotiven in Grün und Blau und der Slogan: „Mein Weg: Mehrweg“ stammt aus der Feder des JGR. Einer der Kreativen war Christopher Trautmann: „Wir hatten uns erst überlegt, einen Spruch aufdrucken zu lassen, es aber dann bei dem kurzen Slogan und unserem sowie dem BUND-Logo belassen.“ Der Becher ist aus zwar Plastik, aber dennoch umweltschonend, und das nicht nur wegen seiner Wiederverwendbarkeit. „Natürlich haben wir überlegt, den Becher aus Bambus herstellen zu lassen, aber so grün ist dessen Image genauer betrachtet nicht“, erklärt JUZ-Leiter Lars Aschemann.

Die Bambusprodukte hierzulande sind zumeist Mischprodukte aus Bambus und Kunststoff – und Mischprodukte sind sehr aufwändig zu recyceln. Außerdem bedarf es vieler chemischer Prozesse, um Bambusfasern in festes Material umzuwandeln. Das kostet nicht nur Energie und Wasser, sondern es entstehen auch schädliche Zwischenprodukte. Und last but not least: Bambus muss meist importiert werden und hinterlässt somit einen doch recht großen ökologischen Fußabdruck.

Das überzeugte, und so wurden 500 Stück der bunten Plastikbecher geordert. Die Vorfinanzierung übernahm die BUND-Ortsgruppe und die Stadt unterstützte die Aktion, so dass die Becher zum Preis von gerade mal 3 Euro pro Stück in den Verkauf gehen können. „Dieses Projekt unterstützen wir gerne“, erklärt Bürgermeister Jürgen Kirchner, denn: „Kooperationen wie diese sind nach außen ein wichtiges Zeichen und der richtige Weg, wenn es um Zukunft und Nachhaltigkeit geht. Wir müssen dahinkommen, Müll zu vermeiden anstatt ihn einzusammeln und teuer zu entsorgen.“ Und es zeige, so der Rathauschef, dass „unser Jugendgemeinderat sehr aktiv ist und ernstgenommen wird.“

Erstmals feilgeboten werden die schicken Mehrwegbecher an den Ständen des JUZ/JGR und des BUND beim „Tag der offenen Stadt“ am 30. Juni auf dem „alla hopp!“-Gelände. Wer möchte, kann ihn sich dort auch gleich – als „Feuertaufe“ sozusagen und gegen Aufpreis – mit Slush-Eis befüllen lassen. Für Kaffee dürfte es am Sonntag vielleicht doch etwas zu warm sein.