Stadt spendet 5.000 Euro an die Perugruppe für Wiederaufbau nach Erdrutsch in Santo Tomás

Geschrieben von Heike Pressler am . Veröffentlicht in Aktuelles

Hemsbach/Santo Tomás. Dauerhafter Starkregen, dem Hochwasser und Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen folgen: Wie schon im letzten Jahr wurde der Andenstaat Peru auch in diesem März hart von Unwettern getroffen. Viele Menschen starben, Tausende wurden obdachlos. In dem kleinen Dorf Lutto Kututo, das zu Santo Tomás, der Partnergemeinde der Katholischen Kirchengemeinde Hemsbach, gehört, verloren 54 Familien ihr gesamtes Hab und Gut. Dort war ein ganzer Hang abgerutscht und hatte die Häuser unter sich begraben. Die Peru-Partnerschaftsgruppe reagierte schnell und rief zu Spenden auf. Insgesamt 5.000 Euro kamen bisher zusammen. Jetzt hat die Stadt Hemsbach nochmal die gleiche Summe draufgelegt.

„Es ist ein Wunder, dass außer ein paar leichteren Verletzungen keine Menschen ernsthaft zu Schaden kamen“, erzählt Edda Brehm, Leiterin der Peru-Partnerschaftsgruppe, bei der Übergabe des „provisorischen“ Schecks im Rathaus durch Bürgermeister Jürgen Kirchner. Dennoch hätten die Familien, die teils mehrere Kinder ernähren müssen, ihre komplette Existenzgrundlage verloren: Häuschen, Ernte, Felder – alles weg. Die Regionalregierung in Cusco stellte zwar Notunterkünfte, doch erst mit dem Ende der Regenzeit im Juni konnte mit dem Wiederaufbau der kleinen Siedlung begonnen werden.

Und dafür ziehen alle an einem Strang: Bischof Pedro der Prälatur Sicuani, zu der Santo Tomás gehört, hat sich persönlich der Sache angenommen. Padre Urbano, der für Santo Tomás zuständige Pfarrer, übernimmt die Organisation vor Ort. Die 10.000 Euro aus den Bachgemeinden, die in den nächsten Tagen in Santo Tomás eintreffen werden, sind dabei ungleich wertvoller als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Dass man auf die Unterstützung der Peru-Partnerschaftsgruppe zählen kann, wenn es gilt, Not zu lindern, weiß man in Santo Tomás seit 28 Jahren – so lange nämlich gibt es die derzeit elf Köpfe zählende Gruppe schon. Krankenhäuser, Energieversorgung, Bildungseinrichtungen, Unterstützung in Notfällen wie beispielsweise beim Busunglück an Weihnachten 2009: Die Liste der Projekte, die die Perugruppe in der gesamten Provinz Chumbivilcas, in der die Andengemeinde angesiedelt ist, mitgetragen hat, ist lang.

Und die Wege kurz: „Wenn es darum geht, Menschen in Notsituationen zu helfen, damit sie überleben, damit sie ihre Existenzen wieder aufbauen können, dann darf es kein Zögern und keine langen Diskussionen geben“, macht Bürgermeister Jürgen Kirchner klar. Zudem sei die enge Verbundenheit zwischen den Bachgemeinden und Santo Tomás anerkennenswert: „Diese besondere Partnerschaft, von deren Lebendigkeit ich mich schon bei Besuchen überzeugen konnte, gilt es in jeder Hinsicht zu unterstützen“, so der Rathauschef.

Edda Brehm dankte Stadt und Bürgermeister für die großzügige Spende und betonte, dass es auch immer darum gehe, den weltkirchlichen Aspekt in die Gemeinschaft zu tragen: „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Glauben nicht an eine enge Richtung gebunden ist, sondern jeweils vor dem kulturellen Hintergrund und der Mentalität von Menschen gesehen werden muss. Glaube ist erweiternd und befreiend, Glaube ist bunt – und anregend!“

Wer für den Wiederaufbau in Santo Tomás spenden möchte, kann dies gerne tun bei der Katholischen Kirchengemeinde Hemsbach, IBAN DE13 6705 0505 0038 9391 57, Verwendungszweck: Spende für Santo Tomás.