Gemeinderat: Planer Christian Eichler stellt zwei Entwürfe zur Neugestaltung des Sportgeländes vor / Keine Aussage zu den Kosten

Geschrieben von Weinheimer Nachrichten am . Veröffentlicht in ISEK Presse & Berichte

Mit oder ohne Hans-Michel-Halle

Hemsbach. Die gestrige Gemeinderatssitzung begann damit, dass etwas vertagt wurde. PH-Stadträtin Elke Ehret sah bei den Bebauungsplanentwürfen für „Rittergasse“ und „Mittlere Bachgasse“ Klärungsbedarf und wollte den Punkt im „UTE“ besprechen . Dem schlossen sich Herbert Schwöbel (CDU) und Alfred Moos (SPD) im Grundsatz an. Lediglich Arthur Brauch (Freie Wähler) und Dr. Franz König (BF) lehnten diese Verzögerung ab. Auf Vorschlag des Bürgermeisters Jürgen Kirchner wird sich der Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung am 29. April damit befassen.

Was passiert mit der Hans-Michel-Halle? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Planentwürfe für das Sport- und Freizeitgelände. Im Rahmen des ISEK-Verfahrens war diese Überplanung als wichtiges Thema zur Stärkung der Attraktivität des Sportes in Hemsbach ausgemacht worden. Wer gestern eine Antwort darauf erwartete, wartete vergebens. Gleichwohl stellte der Planer Christian Eichler zwei Varianten vor. Die eine sieht vor, die Halle abzureißen. Dort würden zwei neue Gebäude für Sport und Kultur (Bürgerhaus) entstehen, die von der Gastronomie verbunden werden. Auf dem Vorplatz würde ein repräsentativer Bereich errichtet. „Die Tankstelle dort verschwindet, weil sie einfach stört“, ergänzte Eichler. Die andere Variante geht vom Erhalt der Halle aus und das Bürgerhaus würde auf dem heutigen Minera-Gelände am Wareham-Kreisel errichtet. Diese zwei Varianten sind das Ergebnis der Workshops (wir berichteten).

Planer Eichler erläuterte auch, wie die Aufwertung des Ortseingangs aussehen könnte. Denkbar sei ein Büro- oder Geschäftsgebäude statt der „popeligen Tankstelle“.
Für etwas Unruhe im Raum sorgte zuvor die Aussage von Henrik Schrader vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS). Dieser stellte zunächst das allgemeine Sportverhalten vor. Anschließend präsentierte er die Ergebnisse der Vereinsbefragung. Hemsbach habe demnach mit 0,55 Quadratmeter pro Einwohner mehr Sportflächen als vergleichbare Kommunen. Er sagte aber noch mehr: „Rein rechnerisch kann die Stadt ihren Sport ohne die Hans-Michel-Halle erhalten. Die Dreiflächenhalle braucht man also nicht zwingend, weil es dort keine Schulenveranstaltungen gibt. Und bis 18 Uhr wird die Halle gar nicht genutzt. Es kann also alles in die BIZ-Halle verlagert werden“, betonte er.
Voraussetzung ist, dass diese BIZ-Halle eine Zuschauertribüne und eine Bewirtung bekommt. Laut Verwaltung wäre diese möglich. Eichler und Schrader nannten keine Zahlen zu den möglichen Kosten. Genau diese Frage nach den Kosten und dem Zeitplan stellte dann aber CDU-Stadtrat Schwöbel. „Wir sind bei der Bildung gerade auf dem linken Bein erwischt worden. Schließlich können wir nicht alles aus der Portokasse bezahlen.“ Schwöbel wollte zudem wissen, wie es mit den Eigentumsverhältnissen aussehe, denn das Minera-Grundstück gehört nicht der Stadt.

Zu den Kosten werde er etwas in einer der nächsten Sitzungen sagen, entgegnete Eichler: „Die Frage kann aber unterschiedlich bewertet werden, wenn man weiß, was man will.“ Zum Minera-Gelände und den Beratungen mit der Stadt konnte er nichts sagen. „Aber die Stadt hat die Planungshoheit und wir überplanen daher auch das Minera-Gelände“, fügte er hinzu und spielte sogar auf eine mögliche Enteignung oder ein Umlegungsverfahren an.
Viel wichtiger sei für ihn jetzt die Aussage über die Zukunft der Michel-Halle. PH-Sprecherin Marlies Drissler zweifelte daraufhin die Zahlen Schraders an, ob denn wirklich auf die Hans-Michel-Halle verzichtet werden könnte. Schrader blieb bei seiner Aussage. „Rein rechnerisch geht das. Wir brauchen nur einen neuen Belegungsplan für den Sport.“ hr