Ganz schön viel erreicht

Geschrieben von Weinheimer Nachrichten am . Veröffentlicht in ISEK Presse & Berichte

Stadtentwicklung: Fast alle ISEK-Pilotmaßnahmen sind in Arbeit oder bereits abgeschlossen

Hemsbach. Die meisten Pilotmaßnahmen, mit denen das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Füße bekommen sollte, sind in der Realisierung – oder bereits abgeschlossen. Das ist das Ergebnis der ersten ISEK-Bürgerkonferenz, die das Verfahren einmal im Jahr vorsieht, um den Gang der Dinge zu beleuchten und Neues anzustoßen. Der Gemeinderat war nahezu vollzählig zu der Veranstaltung gekommen, die in der Turnhalle der Uhlandschule stattfand, viele der 150 Stühle, die dort aufgebaut waren, blieben jedoch leer.

Neuer Verlauf des Blütenweges

Die Bilanz von ISEK kann sich dennoch sehen lassen. Am aktivsten sind die in diesem Jahr gegründeten Projektgruppen „Landschaft und Vorgebirge“ und „Wiesenseegestaltung“, deren Handeln Rathausmitarbeiter Thomas Wetzel vorstellte. Der Erhalt und die Wiederherstellung der Kulturlandschaft an der Bergstraße gehörten zu einer der schwierigsten Aufgaben, die sich ISEK auf die Fahne geschrieben hat, wie ein Luftbild vom Hemsbacher Vorgebirge zeigte. Der Wald ist schon weit an die Bergstraße vorgedrungen und bedroht die Kulturlandschaft der blühenden Bergstraße. „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern fünf nach“, sagte Wetzel.

Die kopftstarke Projektgruppe „Landschaft und Vorgebirge“, in der auch viele Vereine mitarbeiten, hat sich dennoch daran gemacht, dem Blütenweg einen neuen attraktiveren Verlauf zu geben und will in Kürze an der 4,5 Kilometer langen Hemsbacher Strecke auch für Sitzbänke- und gruppen sowie Verweilpavillons sorgen, wie Wetzel ankündigte. In mehreren Teilbereichen fanden unter aktiver Mitarbeit der Projektgruppenteilnehmer Rodungen statt, ferner wurde mit den „Wunderziegen von Hemsbach“ – so ein Fernsehbeitrag des SWF – erste Versuche zur nachhaltigen Beweidung durchgeführt, die sehr erfolgversprechend sind. Am nördlichen Ortseingang von Hemsbach sollen heimische Obstbäume für ein buntes Blüherlebnis im Frühjahr sorgen, auch ist geplant, den früheren Hemsbacher Steinbruch als Kaltschutzschneise freizulegen. „Man kann ganz schön viel erreichen, wenn man ein paar Leute ist“, formulierte Wetzel.

Flurneuordnung startet

Einen neuen Schub dürften die Bemühungen der Projektgruppe erhalten, wenn im kommenden Jahr die Flurneuordnung startet. Die zielt vor allem darauf, die Wegverbindungen zu verbessern und startet laut Tobias Schork mit einer Veranstaltung am 21. Januar. In sechs Sitzungen soll dann bis zum Frühjahr mit den betroffenen Eigentümern der Rahmen abgesteckt werden.

Nicht minder aktiv ist die Projektgruppe Wiesenseegestaltung. Im vorderen Seebereich „Erlebnis und Erleben“ wurde der Bewuchs gelichtet; hier sollen künftig mehr Blüher zum Einsatz kommen. In Planung sind ein Sinnesgarten vor dem Seehotel. Der Ufersaum soll blühend, der Spielbereich mit Seniorenangeboten ergänzt werden, sagte Wetzel. Auch im nordwestlichen Bereich „Biotop und Naturschutz“ wurden noch vor dem Blattfall 27 Pappeln gefällt, um den Bereich aufzulockern und der Verschlickung des Sees vorzubeugen. Am Nordufer ist die Renaturierung des Hemsbach sowie die Anlage einer künstlichen Insel angedacht, sagte Wetzel weiter und erwähnte auch ein Projekt mit der Schillerschule, in deren Rahmen 22 Nisthilfen gebaut wurden.

Im Fluss ist die Umgestaltung des Sportgeländes, für dessen Neuanlage ein eigener Moderationsprozess brauchbare Pläne lieferte. Die „alla-hopp!“-Stiftung finanziert bekanntlich den geplanten Bürgerpark, im Vorgriff werden kommendes Jahr zwei Kunstrasenplätze geschaffen, die die Stadt finanzieren muss und die zur Spielsaison 2015 fertiggestellt sein sollen, gab Rathaus-Fachbereichsleiter Karl Engelsdorfer das „sportliche Ziel“ vor. Für das Projekt Bürgerhaus und Haus des Sportes wurden die benötigten Flächen ermittelt.

Lang fiel die Liste der Maßnahmen aus, die Stadt und Schulen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie unternommen haben. Die Kernzeitenbetreuung an den Grundschulen wird täglich von 7 bis 17 Uhr angeboten, die Hebelschule werde Ganztagsschule, ferner sei eine Schulsozialarbeiterin für die Grundschulen eingestellt worden, listete Tobias Schork auf. Das Bündnis für Familien habe im vergangenen Jahr erstmals eine Sommerferienbetreuung für eine Woche angeboten, die 2015 an zwei Wochen stattfinden soll. Ab kommendem Jahr soll dieses Angebot, die Ferienspiele des Jugendzentrums sowie eine städtisch organisierte Schulkindbetreuung die ganzen großen Ferien abdecken, kündigte Schork an.

1,8 Millionen kW/h Solarstrom

Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Rathausnebenstelle an der Hildastraße – ebenfalls eine ISEK-Pilotmaßnahme – liefert unterdessen schon fleißig Strom und entlastet den städtischen Haushalt um jährlich 3000 Euro, wie Karl Engelsdorfer vorrechnete. Bislang hat die Anlage knapp 14 000 kW/h produziert. In ganz Hemsbach seien 150 Fotovoltaikanlagen installiert, die jährlich 1,8 Millionen kW/h Strom produzierten, teile Engelsdorfer weiter mit. Das verringere den CO2-Ausstoß jedes Jahr um 1400 Tonnen.

Nur die energetische Sanierung einer bestehenden Reihenhausgruppe ist bislang nicht umgesetzt worden, sagte Engelsdorfer weiter. Bislang hätten sich keine Eigentümer für das Projekt gefunden. Schwamm drüber: Ein bisschen darf auch noch für das nächste Jahr übrig bleiben. maz