Neue Schilder, neue Hundeklos

Geschrieben von Weinheimer Nachrichten am . Veröffentlicht in ISEK Presse & Berichte

Hemsbach. "Den stellen wir gleich fest an", scherzt Bürgermeister Jürgen Kirchner. So eben hat die achtjährige Beagle-Hündin Saga einen Satz von der neuen Hundetoilette ganz im Westen des Seerundweges gemacht, um einen Fahrradfahrer anzubellen. Keine Bange: Der Hund wollte nur spielen und war, weil man das eben nie so richtig weiß, sicherheitshalber fest an der Leine von Herrchen Roland Defren, der zu Besuch in Hemsbach weilte. Fahrradfahren ist auf dem Seerundweg eigentlich verboten. Der Radler hat sich also falsch verhalten. Im Gegensatz zum Hundebesitzer, der gleich zweimal richtig handelte: Erstens hatte er seinen Vierbeiner angeleint, und zweitens führte er ihn auf die Hundetoilette. Die Regeln auf dem Seeweg sind nicht neu, wohl aber Hundetoiletten und Beschilderung.

ISEK-Pilotprojekt

Rund 4000 Euro hat sich die Stadt sechs neue Schilder und die Anlage zweier Hundetoiletten kosten lassen. Die Maßnahme sieht Bürgermeister Kirchner in direkter Verbindung zum ISEK-Pilotprojekt zum Wiesensee. "Es geht um eine Aufwertung des Sees", sagte er bei der Vorstellung der Maßnahmen. Vorher gab es rund um den See jede Menge Verbotsschilder, die darauf hinwiesen, dass Hunde an die Leine gehören, im Winter die Eisfläche nicht betreten werden darf oder das Lagern am und Schwimmen im See außerhalb des Freibades verboten ist. Der Schilderpark, der an manchen Stellen den Blick auf den See schon sehr verunstaltete, wurde jetzt abgeräumt und durch sechs neue Tafeln ersetzt, die übersichtlich rund um den See auf die Palette an Verboten hinweisen.

Aktiv war die Stadt auch in Sachen Hunde. "Das ist ein großes Thema bei den Bürgern", erklärte Rathaus-Fachbereichsleiter Karl Engelsdorfer. Zwei neue Hundetoiletten - im Westen und im Norden des Seerundweges - sollen helfen, die lästigen Hinterlassenschaften der Vierbeiner dort zu konzentrieren, wo sie niemanden stören. Die mit einem Jägerzaun abgetrennten Sandkisten würden alle zwei Tage gereinigt, versicherte Engelsdorfer.

Weitere Maßnahmen werden folgen: So sollen rund um den See zusätzliche Spielgeräte für Kinder aufgestellt werde. Angedacht ist ein Kletterturm, weitere Schaukeltierchen und ein Barfußweg, kündigte Engelsdorfer an. Spätestens im Frühjahr will die Stadt auch Hand an die Bepflanzung legen. Der Ufersaum wird künftig nur noch auf einer Tiefe von einem Meter vom Weg regelmäßig gemäht, ansonsten sollen Gräser und Blumen aus ökologischen Gründen und natürlich auch, weil dies schön aussieht, zum Blühen gebracht werden.

Und sollte in ferner Zukunft einmal der Bedarf bestehen, das Hinweisschild für die neuen Hundetoiletten zu erneuern, dürfte sicherlich auch die Grafik angepasst werden. Der stilisierte Hundekopf auf dem Schild hat nämlich große Ähnlichkeit mit einem Hasen, wie Bürgermeister Kirchner treffend feststellte. Es mag viele Verbote geben am Hemsbacher Wiesensee, die Hoppeltierchen aber, so viel ist sicher, dürfen sich dort ungestört tummeln. maz