Jugendgemeinderat soll bis Herbst Realität werden

Geschrieben von Peter Liebe am . Veröffentlicht in Aktuelles

Dritte „Frag den Häuptling“-Runde im Jugendzentrum

Es war ein seltenes Bild am vergangenen Montag im Gemeinderat. Auf den Zuschauerplätzen saß ein große Gruppe Jugendlicher, mitten unter ihnen der Leiter des Jugendzentrums (JUZ) Lars Aschemann. Gespannt hörten sich die jungen Leute die Diskussion rund um die Planungen für eine Mensa an der neuen Hebelschule an. Und es gab auch fragende Gesichter: Nach welchen Spielregeln läuft so eine Gemeinderatssitzung überhaupt? Wann darf ein Gemeinderat reden?


Zwei Tage später hatten die Jugendlichen dann die Gelegenheit, Bürgermeister Jürgen Kirchner persönlich um eine Antwort zu bitten. Denn im JUZ fand die dritte Runde „Frag den Häuptling“ statt – eine Initiative, die Kirchner im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hatte, um mit der Hemsbacher Jugend ins Gespräch zu kommen.
Während den Jugendlichen in der letzten Runde eher das Thema „Kommt ein Mac Donald´s an den Wareham-Kreisel?“ unter den Nägeln brannte, ging es diesmal fast ausschließlich um die Frage eines Jugendparlaments. In Weinheim, Ladenburg oder Dossenheim ist eine solche Institution bereits ein „alter Hut“. In Hemsbach dagegen soll das Jugendparlament jetzt aus der Taufe gehoben werden. Eine entsprechende Initiative hatte Bürgermeister Kirchner bereits in seiner Neujahrsansprache im Januar angekündigt.
Entsprechend gut vorbereitet waren die „Jungparlamentarier“ in dieser „Frag den Häuptling“-Runde. Fest steht bereits jetzt, dass der Jugendgemeinderat im Gegensatz zu seinem erwachsenen Vorbild kein politisch besetztes Gremium werden soll. Um in den künftigen Jugendgemeinderat gewählt zu werden, braucht niemand ein Parteibuch. Er oder sie muss einfach nur in eine der weiterführenden Schulen in Hemsbach gehen oder in Hemsbach wohnen. Aus jeder Schulart sollen dann zwei bis drei Vertreter im Jugendparlament vertreten sein, jeweils gewählt auf maximal zwei Jahre. Bürgermeister Kirchner kann sich auch vorstellen, dem Jugendparlament einen Raum zur Verfügung zu stellen: „Ihr müsst doch auch mal in Ruhe Eure Ideen spinnen können“.
Die Jugendlichen wollen nun in einem nächsten Schritt eine der benachbarten Jugendgemeinderäte einladen, um sich dann auch eine eigene Satzung und eine Geschäftsordnung geben zu können. „Ich finde es gut, dass ihr schon soweit seid und so großes Interesse habt“, sagte Bürgermeister Kirchner. Er kündigte an, das Thema noch vor der Sommerpause im Gemeinderat zu diskutieren, damit das Jugendparlament in Hemsbach Realität werden kann.